Eigentlich hatte ich dieses Jahr gar nichts am Hut mit Besinnung,
Raunächten und so weiter. Zu viel Trubel, Weihnachten bei
Schwiegerfamilie, Silvester mit Freunden, zwischen den Jahren
überraschend viel Arbeit... da hatte ich für Räuchern, Träume
aufschreiben und all das gar keinen Kopf.
Dann hat mich an Silvester aber ein böser Virus ausgeknockt, und
kaum, dass meine Gäste schliefen oder heimgingen, war bei mir Sense.
So musste ich mir doch einige Tage frei nehmen und kürzer treten, ob
ich wollte oder nicht, und es tut doch sehr gut - dicke dicke Bücher
lesen, Tee trinken und sich vom besten Ehemann von allen ein bisschen
bedienen lassen.
Wenn ich auf 2016 zurückblicke, das ungeliebte schwitzige Jahr
mit der schiefen Nase und den Pickeln, muss ich sagen - ja, mich
hatte es auch ganz schön gebeutelt, aber vieles war auch positiv,
hat sich stabilisiert.
Da war der Tod der Mutter, nichts, was man einfach so übergeht,
auch wenn ich schon so oft um sie getrauert hatte, dass mir ihr
endgültige Scheiden nicht so weh tat, wie es vielleicht sonst getan
hätte.
Das ist meine Beziehung, die gerade ihr 25jähriges Bestehen
feierte und die selten so harmonisch verlief wie dieses Jahr. Danke,
Schatz :-)
Da sind meine Freunde, die ich schätze, die mir zur Seite stehen
und die ich nicht missen will.
Da waren Umwälzungen in der Arbeit, die mir leider einen
geschätzten Kollegen nahmen, aber im Endeffekt weniger Arbeit bei
gleichem oder mehr Gehalt bescherten.
Da war die Wohnsituation, die sich nach Auszug aller Chaosmieter
2015 erfreulich gestaltet hatte; mit dem letzten verbliebenen Mieter
im Haus läuft alles harmonisch und stressfrei. Wir wohnen nun in
jener Wohnung, in der ich früher aufwuchs, werkeln herum und fühlen
uns wohl zwischen leicht schiefen Böden, unserem Kram und viel
60er-Ambiente. Ich sehe in vielem die Handschrift meines Vaters, des
Architekten – so wurde auch der Sonnenstand zu verschiedenen
Jahreszeiten in die ganze Planung einbezogen.
Da ist die
Gesundheit, über die ich mich nicht beklagen kann, auch wenn ich
stoisch weiter meine nicht unbeträchtlichen Kilos mit mir
herumtrage. Ich hatte 2016 relativ wenig Alkohol getrunken, in der
Fastenzeit gar keinen, und auch mal längere Zeit auf Zucker
verzichtet. Am Gewicht hat es nichts geändert, aber ich bin so oder
so recht fit, wandere viel und lang und habe meist einen Ruhepuls um
die 60.
Da ist mein Selbstbewusstsein, das mit den Jahren immer
besser wird, weil ich mich inzwischen so mag, wie ich bin, und das
andere anzustecken scheint (oder ich bin inzwischen ignorant gegen
die Antipathie anderer, die mir nicht nahe stehen, was mir aber auch
egal ist, ehrlich gesagt). Ich bin mit jedem Jahr weniger
irritierbar, selbstbewusster, kann sehr strukturiert sein, wenn es
sein muss. Das kleine linke Hippiemädchen von damals kann inzwischen
gut mit Steuererklärungen. Aussöhnung mit dem Saturn am
Aszendenten, jaja, gleichzeitig immer wieder die prüfende Frage der
Zaunreiterin, wie ich diese Position behalte, ohne ganz in die
Wildnis oder das Dorf hineinzufallen. Bisher gelingt es gut.
Da
sind meine Hobbys, die sich vor allem im Ehrenamtsbereich durchaus
ausdehnen. Ich verwurschtel mich enger mit den Menschen hier, und das
tut gut. Ich erforsche Vergangenheit, auch die eigene, und plane, mal
östlich der deutschen Grenze jene Gebiete zu erkungen, wo die
Vorfahren von mir und dem besten Ehemann von allen zum Teil
herstammten.
Da ist die Spiritualität, die 2016 durch den
Besuch eines Hexentreffens mit anderer Besetzung einen ganz neuen
interessanten Impuls erhalten hat.
Materiell geht es mir
gut, auch wenn ich von einem Durchschnittsgehalt weit weg bin. (Von
einer Winterkornrente erst recht, haha.) Aber zurzeit brauche ich
nicht mehr. Ich wohne sehr schön und habe, was ich brauche - was
soll ich mich grämen, dass ich keine 3000, 4000 Euro verdiene? Gut,
ein kleiner Schreck war der Rentenbescheid vor einigen Wochen, der
mir einen halben Hartz-IV-Satz prognostizierte, aber nur, wenn ich
nicht nachlasse im Geldverdienen! Aber ehrlich gesagt mache ich mir
darüber erst mit - 67? 72? 75? - Sorgen, wenn meine Generation in
Rente gehen darf ;-).