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10 Juli 2015

Pflanzenorakel

Für mich ist es immer eine Art Orakel, zu sehen, welche Pflanzen in der Hauptblütezeit irgendwann um Mittsommer herum mir am meisten ins Auge fallen. Die, so orkal ich, sind für mich den Rest des Jahres über bedeutsam bedeutsam. Dieses Jahr war es auffällig wenig Johanniskraut, dafür viel Baldrian und sehr viel Mädesüß. Nun denn, keine Depression, aber Ruhe bewahren und das Süße genießen? (Und Vorsicht vor Kopfschmerzen)



05 Februar 2013

Dunkel

Gestern im Regen gestanden und durchgefroren, heute fiebrig und am Husten. Musste trotzdem zu einem Termin, aber der war verschoben worden und ich nicht informiert. Also umsonst eine Stunde herumgegondelt.

Große schwarz gekleidete Frau in kleinem schwarzen Auto unter dichten schwarzen Wolken fährt genervt heim. Stimmung: Bronchitits, Wick day Med und Sisters of Mercy.

Die Woche davor - ein paar schöne windige Spaziergänge, viel Arbeit, eine neue Katze auf Probe. Zu viele Wolken. Krähen.



04 Januar 2012

Wilde Wege

Heute bin ich recht lange gelaufen - etwas länger als eigentlich
geplant, denn Baumfäller haben überall Wege gesperrt, und ich musste
Umwege laufen. Dann von drei Heimwegen der rechte und linke gesperrt,
nur der mittlere angeblich frei - ging ihn vorsichtig,
Ketttensägengeräusche in den Ohren, kletterte über gefällte Bäume. Es
ist ein Weg einen Bergrücken hinunter, den ich gerne gehe, ein wilder
Weg ohne Markierungen, an dem jemand auf alle Baumstümpfe Steine und
Steinpyramiden legt.
Gestern Odin um Segen auf meinen Wegen gebeten. Auch habe ich schon
länger überlegt, dass ich gerne mein Pentagramm ablegen und etwas
Passenderes, "Persönlicheres" anziehen möchte. Aber ein Thorshammer ist
es nicht, weil ich Odin mehr in mein Leben integrieren will, nicht Thor,
und ein Walknut ist es nicht, weil ich es nicht so mit
Endschlachtengedöns habe. Aber dank meines schlauen wilden Ehemanns habe
ich etwas sehr passendes gefunden... zeige ich vielleicht später mal.
Habe beim Wandern darüber nachgedacht, dass es wohl kaum einen Menschen
gibt, der diese Sachen alle befriedigend in sein Leben integrieren kann:
1) Großzügige soziale Gratifikationen (Sprich: Anerkennung und Geld),
2) einen intelligenten Kopf mit freien, eigenen Gedanken und
3) Ein glückliches, ehrliches Leben.
Komisch, wenn ich herumfragen würde, auf was die Menschen am ehesten
verzichten wollen, würden wohl die meisten 1) sagen, aber wenn ich
umschaue, sehe ich, sie verzichten alle eher auf 2) oder 3).
Aber wieso?

04 Juni 2008

Ranke

Seit unserer Renovierung haben wir gegrübelt, wie wir eine Wand im Wohnzimmer verschönern könnten. Dort war ein Bündel Kabel so dick, dass wir es nicht ganz eben mit den Rigipsplatten drumherum vergipst bekommen haben, und auch durch die Tapete hoben sich unschöne "Hubbel" ab. Wir dachten daran, eventuell ein Regal davorzumontieren, aber das geht in Rigips ja so schlecht, von den ganzen Kabeln mal abgesehen...

Also habe ich mir jetzt einfach mal große DinA2-Blätter geschnappt und mit Ölpastellfarben ("Wachsmalstifte") ein Rankenmuster draufgemalt. Ich male echt gerne mit diesen Stiften, da ich es liebe, grooooße Dinge mit viiiiel Druck in gaaaaanz bunt zu malen.

Habe die Blätter erst mal mit Nadeln angeheftet, vielleicht befestigte ich das noch etwas professioneller.

Aber schön bunt isses (drauf klicken zum Vergrößern):


Links unten die Pflanze, die mir mit ihren Blättern das Motiv vorgab.

19 Dezember 2007

Heiteres & Husten

Kaum bin ich von meiner Selbstmitleidschiene wieder schnell heruntergekommen, hat mich ein tierischer Husten gepackt... dabei war ich doch erst im November krank. Wähh! *hust, hust*

Bin ganz schön verpeilt und liege den ganzen Tag keuchend auf dem Sofa, also nicht wundern, wenn irgendjemand irgendeine Reaktion von mir auf irgendwas erwartet und nichts kommt. Ich versuche auch schon seit einiger Zeit, eine Frau zu erreichen, der ich einen Kräuterzauberamulett basteln wollte, aber alle Mails an sie kommen zurück (obwohl sie mich zwischenzeitlich angemailt hat!) und ich erreiche sie nie am Telefon... (falls du es hier zufällig lesen solltest, ruf mich doch bitte an, Nummer hast du ja!).

Echt wie verhext.

Und ich ärger mich ein bisschen, dass jetzt so herrliches Wetter ist, ich aber absolut unfähig bin, draußen herumzulaufen. Und übermorgen ist Sonnwendfeuer und ich bezweifle etwas, dass ich das packe... Außerdem liegen hier zwei Wichtelpakete, von denen eins vielleicht keines ist, und das verwirrt mich auch ;-)

Aber was Gutes, ein Nachtrag zum spirituellen Heimwerken - ich habe bemerkt, dass unser (frei nach Schnauze in die Wand geklopptes) Badezimmerfenster exakt so ausgerichtet ist, dass jetzt um die Sonnwende herum das Licht der aufgehenden Sonne durch die ganze Wohnung bis zur gegenüberliegenden Wand im Arbeitszimmer fällt. Die ist ungefähr fünfzehn Meter entfernt - Klasse!


Überhaupt hat die Wohnung uns jetzt im Winter mit einigen schönen Aspekten überrascht, was mich immer wieder mit Dankbarkeit für meinen Vater, den Erbauer dieses Hauses, erfüllt. Während im Sommer nur wenige Stunden gegen Abend etwas Licht durch die großen Fenster fällt, das meiste durch das Laub der Bäzume drumherum noch abgemildert, und es so hier drin selbst bei 40 Grad draußen nie wärmer wird als 25 Grad, scheint jetzt im Winter wegen der niedrigeren Sonnenbahn und den kahlen Bäumen den ganzen Tag Sonne herein. Und schon nach wenigen Sonnenstrahlen, die ins Wohnzimmer fallen, heizt sich die Wohnung so auf, dass wir bei Sonnenschein kaum heizen müssen - generell müssen wir wenig heizen, weil wir teils Souterrain liegen und das Mauerwerk sehr gut isoliert haben beim Ausbau.

02 März 2007

Es ist vollbracht...

So, der Umzug liegt hinter uns. Endlich!!!

Zwar gibt es immer noch einiges zu tun, und alle Dinge sind immer noch nicht an ihrem Platz ... habe spaßeshalber mal angefangen, unsere "Bibliothek" durchzuzählen, bei ca. 1/4 der Regale und 400 Büchern aber aufgehört (dabei haben wir erst kistenweise Bücher verschenkt und verkauft! Viele Bücher habe ich m.W. noch nie gesehen! Woher kommen die alle??? Vermehren die sich von alleine???).

Die letzten Wochen - bis zum Umzug fast vor einer Woche, seit dem ich ziemlich herumchille und faulenze! - waren so stressig, dass ich nicht mal mehr dazu kam, meine spirituellen Heimwerkerstories zu malen. Außerdem ging der Scanner nicht.

Aber an dieser Stelle erst mal ein herzliches Danke an alle, die uns beim Renovieren und Umziehen geholfen haben!

Ich hoffe, ich habe niemanden vergessen. Wenn ja - nicht böse sein! habe noch postrenovierate Gedächnisprobleme.


v.l.n.r.:

Meine beste Freundin, die uns beim Tapezieren geholfen hat.
Die beiden Brüder meines Freundes, die uns beim Umzug und beim Rigipsen unter die Arme griffen.
Meine stets eisbewehrte Mutter, die uns alles ermöglicht (und einiges bezahlt...) hat.
Unser Kumpel P., der sich hier mächtig ins Zeug gelegt hat und gearbeitet und beim Umzug geholfen hat, bis ihm die Sohlen von den Schuhen fielen!
R. mit D., die uns viel beim Umzug herumgeschleppt haben.
S. und J., die sogar ihr wochenendliches Sportpensum gekürzt haben, um uns auch beim Umzug zu helfen ;-).

Vielen Dank!

Heph und Bodecea


PS: Diese lustigen Southpark-Avatare kann man hier basteln: http://www.sp-studio.de/

06 Februar 2007

Spirituelles Aufräumen...

Noch ein paar Wochen bis zum Umzug!

Passend zu der Zeit um Imbolc habe ich endlich begonnen, Dinge für den Umzug einzuräumen, umzuräumen, wegzuwerfen. Ehrlich gesagt finde ich es sehr erleichternd - und befreiend - mich von altem Kram zu trennen. Ein Umzug macht bei mir den notwendigen Druck, um Bequemlichkeit und inneren Schweinehund zu überwinden, der einen sonst davon abhält, sich zu trennen.

Imbolcarbeit.

Was muss, kann, soll man aufheben, was kommt weg? Verstaubter Erinnerungskitsch - weg damit. Gläser voll alter Kräuter - weg damit. Alte Ordner mit Notizen für meine Diss - das meiste kommt weg. Wissenschaftliche Texte - brauch ich erst mal noch...?

Kleidung - ich habe sicher ein Drittel meiner Sachen zur Altkleidersammlung getan oder für den Second-Hand-Shop herausgelegt. Dabei mal wieder festgestellt, wie uns die Modebranche als Frauen immer mehr unter der Knute hält. Kann ich mich inzwischen kaum noch in Oberteile Größe 46 zwängen und muss bei Läden wie Hager & Mager verschämt in der "dick und hässlich"-Abteilung schlabberige Wallehemden in XXXXXXL einkaufen, so fand ich einen alten Ringelpulli von mir, der wie angegossen passte - in Größe 40/42.


(na ja, etwas geschmeichelt ;-))

Meine Güte, was man so aufhebt! Schweren Herzens habe ich mich diesmal sogar von meinem Peace-Zeichen-T-Shirt getrennt, das ich mit 16 kaufte - oder besser von einem grauen zerissenen Lappen mit undefinierbarem Zeichen...

Bei manchen Sachen fragte ich mich erst mal, was es überhaupt war.



Trotzdem ist es auch schmerzlich, dass man doch mit der alten Behausung einige Erinnerungen zurücklassen wird. Nicht die Briefe und Emails und Fotos, die man mitnimmt - all das, was man in den Wänden erlebt hat. Und mein schönes Sonnenfensterbild, das ich schweren Herzens abgekratzt habe.



Dafür findet man auch Dinge wieder, die man vielleicht gesucht, vielleicht verloren geglaubt, vielleicht aber auch einfach vergessen hatte...

05 Februar 2007

Spirituelles Heimwerken Vol. 10

Beim Heimwerken trage ich oft alte Lederhandschuhe meines verstorbenen Vaters. Manchmal habe ich das Gefühl, dass er mit nahe ist dadurch - er war ein wirklicher Baumeister in jeder Hinsicht, von Planung und Statik über Gruben baggern und Mauern mauern bis hin zu Deckenpaneele verlegen.

Vielleicht geht mir die Arbeit dadurch ab und zu besser von der Hand als vorher gedacht (oder gefürchtet).

Aber nach all dem Renovieren die letzten Monate (und der Aussicht auf das, was in den nächsten Wochen noch ansteht!) sind ich und die Handschuhe manchmal etwas erschöpft...

09 Januar 2007

Spirituelles Heimwerken Vol.9

Familienaufstellung nach Bernd Hobel

Wie man bei dieser Hobelaufstellung gut sehen kann, dominierte der Papa Hobel mit dem langen roten Kabel (!!!) schon immer und natürlicherweise die Hobelfamilie. Mit seinem langen roten Kabel (!!!) band er Mama Hobel eng an sich. Da Papa Hobel als einziger in der Hobelfamilie über eine elektrische Persönlichkeit verfügt, war er den anderen Familienmitgliedern stets überlegen. Allerdings grenzte er in seiner stark kabelfixierten Liebe zu seiner sehr konventionellen Frau seine Kinder aus. Seine Tochter reagierte darauf mit Hungern und wird wohl nie in der Lage sein, solche Späne fallen zu lassen wie Mutter oder Vater. Der kleine Sohn hatte zwar vom Papa Hobel die eiserne Willenskraft geerbt, blieb aber ohne elektrische Persönlichkeit von diesem zunächst ausgeschlossen und wirkte stets sehr mickrig.





Die nächste Hobelaufstellung zeigt deutlich, wie sich zwischen den beiden Aufnahmen die Konstallation verändert hat. Mama Hobel hat sich aus der kabelfixierten Abhängigkeit von Mr. 10 000-Volt-Hobel befreit. Ich gehe davon aus, dass sie jenseits der Gattungsgrenzen einen Blick auf den Boschhammer (mit dem wirklich großen Stößel!!!!) geworfen hat. Dafür bemühen sich nun die Kinder, an den Vater Anschluss zu finden. Die Fixierung der Kinder auf das rote Kabel scheint mir allerdings bedenklich.




Der Verdacht erhärtet sich! Während die Mutter ausgeschlossen wurde und neue Wege geht, hat Papa Hobel nun die Kinder eng an sich gebunden. Sogar die altmodische Art der Tochter, die zweifelsohne an die untreue Gattin erinnert, als auch der mangelnde "Saft" (!!!) des kabellosen (!!!) Sohnes scheinen akzeptiert. Doch deutlich ist zu ahnen, dass sich zwischen den Kindern eine sehr ungesunde Leidenschaft bemerkbar macht...

30 Dezember 2006

Spirituelles Heimwerken Vol. 8



Wenn Esos Trockenwände im Fachwerkstil bauen...

Spirituelles Heimwerken Vol. 7

Motivation - aber richtig!

Neulich kamen mal wieder Baumaterialien, die geschleppt werden mussten. Unter anderem ein Stapel Gipskartonplatten von gefühlten 11 km Höhe...




Ich schleppte und schleppte und fühlte mich wie Klein-Conan im gleichnamigen Film, der an eine Mühle (oder so was) gekettet 10 Jahre im Kreis laufen und ackern musste. Ein Bild des Jammers!



Dann dachte ich mir aber - Bodecea, mensch, stell dir doch lieber Conan vor, wie er NACH den 10 Jahren Sklavenmühle aussah!!!

02 Oktober 2006

Spirituelles Heimwerken Vol. 5

Die unerträgliche Einfachheit des Heimwerker-Seins...

Nach ein paar Tagen mit Rigips, Uniflott und Perlofix ist die Welt viel einfacher.

Man zieht sich gedankenlos zum Arbeiten drei Tage hintereinander das gleiche alte Herrenhemd an.

Man ernährt sich von lange nicht mehr konsumierten Fastfoodsünden und redet sich ein, ob all der Bewegung wird das schon spurlos an den Hüften vorübergehen.

Und sogar der Humor nähert sich einem Level an, das mit Stummfilm-Slapstick durchaus kompatibel ist...

28 September 2006

Spirituelles Heimwerken Vol.4

Mit griechischer Mythologie durch den Heimwerker-Alltag!

Dazu ist anzumerken, dass sich mein Freund und langjähriger Lebenspartner betreffendes T-Shirt nicht besitzt, sich aber - wirklich! - wünscht. Und dass er ein ganz lieber Klugscheißer ist ;-).















































21 September 2006

Spirituelles Heimwerken Vol.2

Heute - Heimwerken als Chance für die Begegnung mit dem Schatten.

Wie ich festgestellt habe, ist Heimwerken eine prima Möglichkeit, sich selbst in allen Nuancen und Abgründen näher kennen zu lernen. Besonders drastisch werden einem unangemessenen Annahmen über die eigene Person vor Augen geführt... hier ein paar Beispiele von Fehlannahmen und der Konfrontation mit den eigenen Schwächen und Schatten:

1) "Ich war nie so ein alberner, blöder, gehirnamputierter Teenager, wie die, die heute herumlaufen. Ich war schon mit 16 Jahren eine sehr erwachsene und verfeinerte Persönlichkeit."


2) "Ich bin, zumindest für eine Frau, ganz schön körperlich stark. Manchmal frage ich mich, wieso ich all diesen Mindfuck von Studium und Co. mitgemacht habe, der sich nicht mal in einem Job auszahlt. Wäre es nicht besser gewesen, ich hätte ein solides Handwerk erlernt... ehrliche, körperliche Arbeit?"


3) "Außerdem - ich bin handwerklich begabt."

17 September 2006

Spirituelles Heimwerken Vol. 1

Ich habe schon Bücher gesehen, die das Zen des Reifenwechselns anpreisen oder das Tao der Physik (ja, ich weiß, da geht es um was anderes und Capra und sowieso). Aber ich entdecke gerade mit Begeisterung die Spiritualität des Heimwerkens.

Eine wahrhaft erstaunliche Erfahrung habe ich ganz im Sinne Carlos Castanedas gemacht, doch musste ich dafür keine Kakteen konsumieren und mich mit Mescalito unterhalten. Ich musste nur eine Dose "geruchsarmen" Heizungslack der Marke Hammer.it öffnen und einen Heizkörper streichen. Der Heizkörper war lang. Der geruchsarme Lack nicht sehr geruchsarm. Und schon ein oder zwei Stunden später war ich bereit für meine ganz persönliche Begegnung mit dem Geist des Hammerito... fast konnte ich den Ruf des Condors hören (oder war es doch nur ein Mäusebussard?)... ride the snake, ahhh... ich sehe alte Indianer...

Siehe Bild!
(zum Vergrößern anklicken)


Ich habe beschlossen, den nächsten Heizkörper mit Doors im Hintergrund zu streichen.

Nächste Folge der Reihe "Spirituelles Heimwerken": Begegnung mit dem Schatten (an der Wand) oder: seinen Partykeller streichen.

Nachtrrag: Das ganze ist natürlich NICHT eine Aufforderung oder Verharmlosung zum Schnüffeln von Lösungsmitteln!!!!