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01 August 2019

Lammas


Lammas/Lughnasadh ist ein Fest im Jahreskreis, das mich immer eher ratlos zurücklässt, da ich mit der keltischen Mythologie recht wenig anfangen kann. Es ist die Zeit des geschnittene Korns, der reifen Brombeere, der ersten frühen Äpfel.

Für mich gehört Lammas in den Reigen der Erntefeste und markiert gleichzeitig die Zeit des späten, hohen Sommers, ruhig-würdige Löwezeit, die geliebte Phase des Altweibersommers nicht mehr fern. Thema ist bei mir bei solchen Festen meist der Dank.

Heute ging ich lange wandern. Ich liebe wandern, gern auch mit dem werten Gatten oder Freunden, aber mindestens genauso gerne laufe ich alleine, lasse meine Gedanken von der Leine und schaue 7, 10, 12 oder auch mehr Kilometer, was es so denkt in meinem Kopf.

Auf dem Weg schaffte ich es heute ohne Vorsatz, vier Stunden (und 14 Kilometer) darüber nachzudenken, für was ich alles dankbar bin. Ich begann mit all den Umständen, die mir das geliebte Wandern ermöglichen - ich bin körperlich halbwegs fit und habe keine Handicaps, ich kann mir ein bisschen Ausrüstung wie Schuhe, Wanderkarten und so etwas leisten, ich bin in einer beruflichen und familiären Situation, wo ich mir Auszeiten nehmen kann. Ich habe auch keinerlei Angst, alleine unterwegs zu sein, kann mich mit Karte problemlos orientieren.


Und jeder Gedanke zog andere nach sich. So vieles, wofür ich dankbar bin! Ein so guter, lieber Mann, Gesundheit, Freunde, gesicherte Finanzen, Eltern, die mich auf eine Weise prägten, für die ich heute dankbar bin. Selbst schlimme Dinge, für die ich sicher nicht dankbar bin - ich denke an den frühen Tod meines Vaters - wecken dennoch dankbare Erinnerungen: wie Freunde von mir ohne Einladung oder Bitte zur Beerdigung kamen damals, um mir beizustehen. Wie ich in jener Zeit Trost und Freundschaft in der ersten Hexengruppe fand, die meinen Weg kreuzte und für immer veränderte. Auch dafür, dass es mit der universitären Karriere nix wurde, bin ich heute eher dankbar, habe ich doch einen Beruf, der mir viel Freiheit lässt und viel Freude macht.

Ja, ich weiß - nicht alles ist rosarot, das Leben ist kein Ponyhof, die Pole schmelzen, die Nazis erstarken, all so was. Aber das kann ich auf meinem Spaziergang auch nicht einfach so beheben. Aber ich kann mich dran erinnern, was alles gut ist im Leben, in meinem zumindest. Das gibt mir Kraft und Mut, das macht mich stark und bereit, mein Leben weiter selbst in die Hand zu nehmen, zu leben, statt mich leben zu lassen, den Göttern dankend für alles, was ich bisher erhalten durfte.


23 Juni 2019

Sommersonnenwende am Druidenhain

Ein Kurzurlaub im Fränkischen mit dem besten Ehemann von allen. Angetan gewesen - die Natur mit all den Felsen und Höhlen, Blumen und Schmetterlinge, die Kultur mit Burgen, vielen Marias überall und gutem Bier.

Den Druidenhain besucht am Spätnachmittag der Sommersonnenwende. Schon lange habe ich nicht mehr so viel Energie an einem Ort gespürt; wir waren mal mit dem Hexengesindel da vor über 15 Jahren, daran hatte ich mich erinnert und wollte das noch mal sehen. Lange zwischen den Felsen herumgeklettert, still ein Amulett geweiht.


(Kreidespirale am Stein)

Wir waren nicht allein. Zwei junge Muttis mit Kindern. "Wir müssen noch Diana anrufen", meine ich eine doppeldeutigerweise sagen zu hören. Zwei junge Männer klappern irgendwas im Gebüsch. Auf dem Rückweg ein junger Mann mit Gitarre, der uns mit Merry Meet begrüßt. Verstand ihn erst nicht (sagte der moin moin!?), schalten dann nicht schnell genug und antworten lahm "hallo".

Zögern am Auto, dann doch weggefahren - uns einfach dazuzugesellen trauten wir uns nicht. Die letzten 10 Jahre sind wir zudem etwas eingerostet, zu selten Treffen mit Gleichgesinnten, zu viel Alltagswürgegriff.

Mit viel, viel Sehnsucht heimgefahren, Sehnsucht nach gemeinsamen Ritualen, verrückten Leuten, Lachen am Lagerfeuer, magische Momente, Heidenspaß.




14 Juli 2018

Wandern und Spiritualität

Meine Ferien neigen sich zu Ende, und die Wochen fernab des geliebten und doch so absorbierenden Berufsalltags haben gut getan - so gut, dass ich mich mal wieder frage, wie ich (noch) mehr Ich-Zeit in mein Leben integrieren kann. Leider ist es auch für einen Freiberufler nicht immer ganz leicht, die Arbeit beliebig zu reduzieren, ohne Gefahr zu laufen, einen Auftraggeber zu verlieren.


So dachte ich heute bei einer etwas längeren Wanderung, 12 Kilometer über Höhenwege durch die Wälder... Der wilde Ehemann hatte ausnahmsweise keine Lust, mitzuwandern - die Ferien über waren wir viel gemeinsam unterwegs gewesen und haben auch recht herausfordende Touren bezwungen - und so war ich, auch angenehm, mal wieder allein mit mir und meinen Gedanken. Machte einen Abstecher zum einem Kultplatz und diesem nahem Opfersteinen (ich nenne sie mal so wegen der "Schüsseln", in denen ich auch öfter Opfer finde - diesmal Glassteinchen und eine Muschel, der ich ein wenig mageren Weizen - die Trockenheit! - und ein paar Kräuter hinzugesellte).

Ich dachte unter anderem darüber nach, dass meine Spiritualität seit ihrer Wiedererweckung 1999/2000 jetzt volljährig geworden ist und ich zur gleichen Zeit - 1999 -  auch mit dem Wandern begann. Damals war das verbindende Element (und ist es geblieben) die Liebe zu besonderen Orten, Kultplätzen, aber auch der Natur allgemein. (Und beides betrieb ich auch schon als Kind; liebte alles mit Magie, aber auch lange einsame Spaziergänge an stillen Sonntagmorgen. Doch zwischen 15 und 25 verlor ich den Faden...)

Und so, wie ich über die Spiritualität, die Magie und den Austausch mit all den interessanten Menschen, ob nun aus dem Gesindel, den Frauenspiri-Mondgruppen oder auch jetzt durch das HZ-Forum immer mehr zu mir fand und finde, stabiler und reifer wurde und werde, so tut mir das Wandern körperlich gut. Bislang bescheinigen mir Ärzte bei jedem Check trotz meiner überflüssigen Pfunde hervorragende Werte von Ruhepuls über Blutdruck bis Blutzucker, ja, sogar Leberwerte - dabei wird aus mir kein Asket mehr werden - und ich glaube, das verdanke ich dem Wandern.

Aber auch für die Seele tut das Laufen so viel. Ich kann meine Gedanken einfach galoppieren lassen, Frust abbauen, so nötig, aber auch meditieren, mich von den Füßen hintragen lassen, wohin sie wollen und mich über überraschende Ideen und Gedanken freuen, die irgendwann durch mein Hirn purzeln. (Die Intelligenz, las ich mal, verbessert sich beim Wandern messbar, da das Gehirn besser durchblutet wird.)

Heute habe ich zum Beispiel darüber nachgedacht - Stichwort Volljährigkeit - wie angenehm es für mich ist, mit Mitte 40 nicht nur grauer und faltiger, sondern auch reifer und erwachsener zu werden, auch durch schmerzhafte und bittere Zeiten hindurchgehen zu können und doch meist bei mir zu bleiben oder zumindest schnell zu mir zurückzufinden. Nicht in kindische Schuldzuweisungen oder Selbstmitleid zu verfallen, sondern den Schmerz annehmen, durchleben, versuchen, seine Lektion zu verstehen, und weitergehen, mit einer (schmückenden?) Narbe mehr auf der Seele.

Ich hatte mich ja in letzter Zeit oberflächlich mit gewaltfreier Kommunikation beschäftigt und auch damit, welche Bedürfnisse ich habe, auch meinen Mitmenschen gegenüber, und mir ist klargeworden - ich erwarte nicht prinzipiell, dass man mich mag, oder versteht, oder gutheißt wer ich bin und wie ich bin. Ich kann oft nur schwer den Film verstehen, der in den Köpfen anderer Leute abläuft, und erwarte daher auch nicht, dass man meinen Film kapiert als Außenstehender.

Was ich aber erwarte, ist Respekt im Umgang mit mir. Und ich bin nicht mehr bereit, mangelnden Respekt zu tolerieren.

So dachte ich, und stapfte dabei immer weiter, und dachte, das könnte ich doch auch mal wieder in den Blog schreiben statt die gekürzte Weichspülversion in den sozialen Netzwerken.


08 Juli 2016

Hexenkraut und Sommer

Langsam komme ich mehr zum durchatmen. Sommerwärme hilft mir oft dabei, mich zu lockern, die geringere Arbeitsbelastung in den warmen Monaten ebenso. Nur zum Wandern bin ich zu wenig gekommen die letzte Zeit...

Ich überlege wie jedes Jahr, welche Pflanzen und Kräuter mir besonders ins Auge fallen, um daraus meine verqueren abergläubischen Schlüsse zu ziehen. In diesem Frühjahr und Sommer sind mir drei Pflanzen besonders aufgefallen:

Rosen
Bei uns wachsen und blühen dieses Jahr die Rosenbüsche besonders prächtig. Es ist wahnsinnig schön, an einem Rosengarten vorbeizugehen, zu schauen und zu riechen.

Mädesüß
Diese Pflanze mag es feucht, und so ist es kein Wunder, dass nach dem verregneten Frühling das schaumig-weiße Kraut in Massen steht, bei offenen Autofenster weht so oft der süße, mandelartige Duft hinein.
Mädesüß ist eine Heilpflanze. Sie wird auch als Duftplanze verwendet, ich finde sie aber etwas penetrant auf Dauer. Ich hatte im Hinterkopf, dass sie gegen Schmerzen hilft, weil sie eine Chemikalie enthält, die Salicylsäure ähnelt. Sie wurde aber wohl mehr für Schwitzkuren verwendet, ähnlich wie Holunderblüten.

Hexenkraut.
Das ist sicher die spannendste Entdeckung dieses Jahr, ich meine, alleine der Name! Ich kannte das Kraut bisher gar nicht, meinem Mann fiel es zufällig an unserem Hochzeitstag bei einem Spaziergang ins Auge. Wenige Tage später entdeckten ich und Bekannte bei einer Exkursion einen ganzen Hügel voll davon, und rund ums Haus hier wächst es auch.
Als Heilpflanze spielt es wohl keine große Rolle, aber als Zauberpflanze. Hexen sollen es verwenden, um anziehender für Männer zu werden, heißt es. Na dann! Vielleicht kommt diese Geschichte daher, dass die Samenstände eine Art Klette sind, die "magisch" an der Kleidung haftet. Angeblich soll es auch aphrodisierend und psychoaktiv sein. Das muss ich mal näher recherchieren.


22 September 2015

Wechselhaftes

So viel Zeit vergangen seit dem letzten Posting, zwei Monate ungefähr, es gab in der Zeit heiße Sommertage und kalte Regenschauer, positive und erfreuliche Entwicklungen (u.a. wurden wir einen Mietnomaden los), aber auch Unruhe und in letzter Zeit manchmal eine - grundlose - Traurigkeit.

Es wie wie das Herbstwetter dieser Tage, leuchtende Altweibersommertage wie gestern, wo ich froh war über einen gemeinsamen arbeitsfreien Tag zusammen mit dem besten Ehemann von allen, den wir für eine lange Wanderung nutzten.

Heute dagegen Regen, Müdigkeit und Sorge, ob ich nicht genug Aufträge bekomme. Das kennen sicher viele Freiberufler: man arbeitet wochenlang ohne freien Tag durch, aber wenn dann mehr als zwei oder drei freie Tage am Stück kommen, sorgt man sich sofort wieder, ob man bei den Auftraggebern in Ungnade gefallen ist und ob die Einkünfte dauerhafter sinken werden... Bis man dann wieder drei Wochen ohne Pause usw...usw...

Dabei habe ich auch sonst genug zu tun, muss eine Wanderführung vorbereiten, im Haushalt bleibt bei mir oft viel liegen (erst vor kurzem zum ersten Mal dieses Jahr die großen Wohnzimmerfenster geputzt), könnte auch wieder kreativ sein; aber ehrlich gesagt schlumpfe ich oft auch einfach vor mich hin, lese und vertrödle Zeit im Netz oder laufe viel durch den Wald (was ja zumindest gesund ist).

Was soll ich sonst erzählen? Ich freue mich zurzeit sehr, dass der beste Ehemann von allen in einem künstlerischen Projekt ganz neue Wege ging, was ihm sehr gut tat; ich bin gespannt, ob er diese Linie weiterverfolgen kann und will.

Im Urlaub hatten wir meist Ausflüge in die Region gemacht; zwei Tage verbrachten wir im Hunsrück und haben uns, angeregt durch diesen lesenwerten Blogbeitrag (überhaupt ein lesenswerter Blog!), auf die Spuren der Göttin Sirona begeben. In der Gegend gibt es einige Repliken alter römischer Statuen und auch kleine Tempel wie jenen auf dem Bild.



Wobei ich merke, wie weit weg mir das Spirituelle, das Heidnische vor allem zurzeit ist. Dabei ist Mabon; vielleicht ist das Wetter morgen schöner und ich komme dazu, einen Waldaltar zu machen. Ich fühle eine schmerzliche Distanz, wie eine Kühle in einer alten Freundschaft, von der man dachte, sie verträgt auch längere Zeiten gut, in denen man nicht viel oder tief miteinander interagiert.




15 Dezember 2014

Märchenwald II

Eigentlich nicht viel passiert seit dem letzten Eintrag vor vier Wochen außer mehr schlechte Nachrichten, viel Arbeit und wenig Sonne an den kurzen Wintertagen. Heute schaute sie ein paar Stunden heraus - das erste mal seit einer Woche oder so - und ich konnte mir freinehmen und mit dem wilden Ehemann zwei Stunden schön spazieren gehen.

Das Gute im Schlechten - einige nervtötende Dinge regeln sich (wahrscheinlich... langsam... Behörden...), und ich hatte November 2014 das höchste Monatseinkommen in meinem ganzen Leben.

Freue mich auf die Feiertage mit Freunden und ein bisschen Familie.




17 November 2014

Märchenwald

Zu viel Stress die letzten Wochen, Monate. Die letzte Zeit konkret einfach zu viel Arbeit und dumme (oder auch nette!) Dinge, um die man sich kümmern muss. Nervös, Schlafstörungen, Arbeit fiel schwerer als üblich. Keine Zeit, mich genug um andere Projekte zu kümmern oder den Haushalt oder, wichtiger noch, Bewegung in der Natur.

Daher bewusst mal 1-2 Tage freigeschaufelt zum Krafttanken. Mit bestem Ehemann von allen nach einen maracuja-süßem Schlaf entspannenden Ausflug nach Odenwald-Transsylvanien. Durch Märchenwälder gelaufen, wo die weiße Frau Quellen bewacht und Siegfried erschlagen wurde.






25 Oktober 2014

Stress, Freude, Krankheit und Kürbissuppen

Schon ein Monat ist seit de letzten Post vergangen. Es war ein voller Monat.





Ich genaß von meiner Erkältung und schaffte es auf den letzten Drücker zu einem kleinen, aber feinen Frauenspiritreffen zu fahren. Die Fahrt war abenteuerlich. Ich nutzte eine Mitfahrerzentrale, wir waren zu fünft im Auto und einer der Mitfahrer kotzte auf Höhe der Kassler Berge plötzlich aus dem Fenster. Juchu!

Im Teutoburger Wald angekommen, kletterte ich mit tollen Vollmondfrauen auf den Externsteinen herum, redete, wanderte, spiritualisierte und aß zum Teil vegan und lernte dabei, dass ich viel Gerumpel im Bauch los werde, wenn ich auf Laktose verzichte. Außerdem erkundete ich Paderborn, das mir sehr gut gefällt. Die Mischung aus eher norddeutschem Feeling und vertrauter Mittelgebirgslandschaft sprach mich an.

Dann war meine beste Freundin mit Kleinkind zwei Wochen bei ihren Eltern zu Besuch, wir trafen uns mehrmals, gingen ein bisschen spazieren und ich stellte mal wieder fest, dass kleine Kinder mich mögen. Dennoch, ich spüre keinen Hauch von "oh, das hätte ich auch gerne".

Wir hatten die letzten vier Wochen auch teilweise sehr schönes Altweibersommerwetter, wärmer und viel schöner als im Sommer selbst. Jetzt ist es zwar kühler geworden, aber immer noch of sonnig. Leider bin ich schon wieder erkältet... nach nur vier Wochen! Vielleicht deswegen war ich auch einige Tage total deprimiert diese Woche. Manchmal ist alles so anstrengend. Dann sehe ich nur die Berge dessen, was ich tun sollte und müsste oder, noch schlimmer, was an Problemen vor mir liegt, an denen ich gar nichts ändern kann. Dann gelingt es mir wieder ganz gut, mich vom Gegrübel über alles, was ich eh nicht beeinflussen kann, frei zu machen und mein Leben wieder etwas mehr zu genießen.


Zum Beispiel mit dem lustvollen verzehr vieler Kürbisgerichte. Oder auch bei einem Spaziergang durch das Städtchen, wo ich früher lebte. Zusammen mit der aufkommenden Erkältung fühlte ich mich ein bisschen benebelt und high von den romantischen Sonnenbildern. Der Hebst ist wie ein untreuer Liebhaber, dachte ich, man will sich nie wieder von ihm so tief ins Herz greifen lassen, aber dann kommt er und kriegt einen wieder rum...











24 September 2014

Herbstnebel

Anstrengende Zeit mit viel Husten und Erkältung, weiteren unerfreulichen Neuigkeiten, diesmal aus dem Berufsleben, und einem permanent schlechten Gewissen, wegen der Erkrankung besser nicht meine Mutter besuchen zu sollen, die sich nur mühsam erholt nach ihrer OP und eine Bronchitis sicher nicht gebrauchen kann. Ich lag bis vor 1-2 Tagen zeitweise richtig flach, ging aber trotzdem arbeiten und hustet meine Mitmenschen voll.

Langsam geht es besser, und ich komme auch wieder etwas raus in die Natur, wenigstens halbstundenweise. Schön war das bei der Sonne der letzten Tage, es hat gut getan. Ich merke, wie gerne ich inzwischen (ohne Anspruch auf Können, aus purem, kindlichen Dilettantismus heraus) fotografiere.




29 Juli 2014

Urlaub

Urlaub zu Hause. Freunde besuchen, wandern, Museen und Städte anschauen. Dabei wieder feststellen - irgendwie mag ich den katholischen Blink-Blink mit dem morbiden Charme.


Gesehen heute in Speyer. Da hatten wir einen schönen Tag, jetzt regnet es und der wilde Ehemann backt und Pizza.

Gedanken - habe mich nach 4 Tagen ohne Arbeit schon recht gut erholt von zwei sehr vollen Monaten davor und muss aufpassen, dass mir nicht langweilig wird. ;-)

26 Juni 2014

Lichtblicke

Vor ein paar Tagen recht genervt und drachig gewesen mit zu viel Arbeit und prämenstruellen Gedöns. Ein langer Spaziergang vorgestern half, ebenso das für Freiberufler mutige Nein-Sagen, um mir 1,5 freie Tage freizuschaffen. Bald wird es eh ruhiger, und dann hab ich auch noch irgendwann im Sommer gute zwei Wochen ganz frei.

Bin aber körperlich recht fit, seit ich mein Mottot "viel laufen statt viel saufen" durchziehe. Ich latsche inzwischen recht anstregungslos 10 Kilometer am Stück. Wobei ich natürlich trödel und selten mehr als 3-4 km/h schaffe. Ich muss ja Krähenfedern sammeln, durch Astlöcher gucken, unreife Getreidekörner kauen, blühenden Dost probieren, wilde Himbeeren essen, den Duft von Lindenblüten inhalieren, Kühe grüßen, Amseln nachmachen und Fotos knipsen. Und wie die Drachen der Kinder fliegen die Gedanken weit, hinaus in den blauweißen Himmel, über die trockenen gelben Felder, die dunklen Wälder.




24 April 2014

Laguz-Wanderung

Gestern eine sehr schöne Wanderung gemacht, ganz im Zeichen von Laguz. Viel über Beziehungen und Freundschaften nachgedacht währenddessen, und der Weg führte mich viel am Wasser entlang. Über mir ballten sich Gewitterwolken zusammen, aber die meiste Zeit schien die Sonne.


Vorbei an einem dreiröhrigen Brunnen ging es ins Eiterbachtal. Das klingt vielleicht nicht so nett, ist aber ein wunderbares Stück Erde, zum Teil auch Naturschutzgebiet. Das Rauschen und Plätschern des Bachs begleitete mich.


Ich kam an vielen, von frischen Quellen gespeisten kleinen Pfützen vorbei, in den Kaulquappen wimmelten. Nur wenige Menschen waren unterwegs.



An der sagenumwobenen Quelle zum Lichtenklingen wusch ich mir die Hände und tauchte auch die Füße in das eiskalte Wasser im Becken. Ich trank davon, es ist herrlich kalt und klar. Ein Mann kam hinzu und erzählte mir, dass der Pinienzapfen, der den Brunnen krönt, schon wieder ersetzt werden musste, weil Menschen ihn immer wieder entwenden. Kurz vor der Quelle hatte ich übrigens eien Sinnestäuschung und dachte, es säße da bereits ein Mann. Ich hatte den rosa Sandsteinzapfen für einen Kopf gehalten.



Ich gab eine kleine Blumengabe ins Wasser; auf Rituale verzichtete ich, weil ich nicht alleine war. Aber ich bat um Regen, da die Region hier zurzeit ziemlich ausgedörrt ist. Auf den letzten fünfzig Metern vor meinem Parkplatz fing es dann auch tatsächlich an.



Als ich zu meinem Haus fuhr, kam mir ein Radler entgegen, der einem Freund sehr ähnlich sah, mit dem ich schon lange keinen Kontakt mehr habe. Vielleicht war er es sogar, er verbingt die Ferien oft im Odenwald.

02 Februar 2014

Imbolc






Ein eher grauer und kühler Tag. Oben an den magischen Steinen lag sogar noch etwas Schnee. Dennoch ist schon spürbar, dass die Tage länger werden, und ich bin dankbar dafür. Die dunkelsten drei Monate im Jahreskreis sind vorbei.

Ich bin nachlässig geworden darin, die Jahresfeste zu begehen. Kaum, dass ich sie wirklich rituell feiere. Wenn überhaupt, mache ich es wie heute, bringe ein paar Dinge zu einem besonderen Ort als kleines Dankeschön.

Mein Energieniveau ist nicht sehr hoch, und ich bin froh, dass ich zurzeit nicht zu viel Arbeit habe. War jetzt auch mehr als eine Woche sehr stark erkältet. Ansonsten bin ich trotz vieler kleiner störender Aspekte ganz zufrieden mit meinen 40 Lenzen. Wenn ich, früher eine etwas ängstliche Autofahrerin, jetzt mal wieder routiniert die nächtlichen Straßen entlangrolle, denke ich: Ich kann nicht weiter gucken als früher, eher im Gegenteil, meine Augen werden schlechter. Aber ich schau nicht mehr weg, auch wenn mich etwas blendet, und es macht mich nicht mehr nervös, wenn ich nicht sehen kann, wie es jenseits meines Scheinwerferkegels weitergeht. Und im Leben halte ich es hoffentlich auch so, lasse mich nicht mehr schnell blenden und akzeptiere, dass die Zukunft im Dunklen liegt.

In manchen Dingen fühle ich mich dennoch auch meinem jüngeren, jugendlichen Ich noch nahe und durchaus rebellisch. So quillt als Reaktion auf einen abwertenden Artikel in einer überregionalen Zeitung über unsere Region jene von einem dumpfen, einseitigen Lokalpatriotismus über. Ihr Leser hier wisst, wie gerne ich hier lebe, und dass ich auch dem Völkchen hier gewisse Sympathien entgegenbringe. Aber ich musste mal wieder einsehen, dass es offenbar vielen Menschen nicht möglich ist, an einer Sache die guten UND die schlechten Sweiten zu sehen und dazu zu stehen. Klar haben wir hier wunderschöne Landschaft, und auch sozial und kulturell geht hier mehr, als man meinen könnte. Andererseits gibt es hier natürlich die gleiche Piefigkeit wie andeswo in der Pampa, die es allen, die nicht aus dem gleichen 08/15-Odenwälder-Holz geschnitzt sind, schwer machen, sich hier zu integrieren. Ich weiß, warum z. B. alle schwulen Bekannten von mir nicht mehr hier leben.

Ich selbst kann mit der Rolle ganz gut leben, mittendrin zu sein durch meinem Beruf und doch am Rand zu stehen. Ich mag ja weniger im Wald herumchanten als früher, aber ich fühle mich sehr deutlich als Zaunreiterin zurzeit. Vielleicht trage ich daher auch mein Pentagramm fast nur noch offen sichtbar.

28 Juli 2013

Drachen, Schlangen und Teufel

Mit dem besten Ehemann von allen ein paar Tage zwischen Drachenfelsen, Schlangensteinen und Teufelstischen verbracht. Sprich: haben wandernderweise trotz Hitze die Pfalz erobert. Schön war's! Die Gegend, in der wir waren, ist wirklich geologisch (beeindruckende Sandsteinformationen) und historisch (Burgen) interessant. Und der Pfälzer Wein schmeckt vor Ort auch nicht schlechter als anderswo.




24 Juni 2013

Mitsommerliches

Wenig Zeit und Lust auf großartige Rituale. Erst heiße Tage, dann Sturm und kühleres Wetter. Fand an Mittsommer einen Cupido im Wald.



Ich feierte den Geburtstag eine alten Freundin und besuchte einen Steinkreis und eine Lourdeskapelle.  Ich mag ja diesen katholischen Kitsch-Style.

Nicht weit von beidem entfernt war auch eine Kneippanlage mit herrliche eisigem Wasser und ein Barfußpfad.  Ich habe an solchen Dingen ja eine kindliche Freude.

Auf der feucht-fröhlichen Geburtstagsfeier hörte ich mir nach ein paar Bier an, dass ich mich "gar nicht verändere" und "so eine Kraft ausstrahle" (?). Dem sprach so eine Frau, die ich im Leben erst 3 oder 4 mal gesehen habe und mit der mich (wie mit vielen, vielen anderen Frauen auch ;-)) mein erster Freund als Expartner verbindet. Sie redete jedesmal, wenn ich sie in den letzten 20 Jahren sah, von fast nichts anderem als ihm und dass er ihr ja so egal sei, vollkommen gleichgültig. Vor einigen Jahren ging sie mich sogar recht beschickert mal verbal ein wenig an, weil er mich ja als Teenager mehr geliebt habe als später sie. Das war schon etwas merkwürdig.

Ich habe durchaus, so wie bei vielen Menschen, die mir nahe standen, ein mildes Interesse daran, was so jemand "treibt". Aber ich habe ihn seit 15 oder mehr Jahren nicht gesehen und kann auch sehr gut damit leben, dass er weiterhin außer in meiner Vergangenheit keine Rolle mehr in meinem Leben spielt. Diese Prozesse dauern bei mir sehr lange, meist Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte. Aber wenn ich abschließe, dann ist auch gut. Ich mag weder Sehnsucht noch Schuld oder Gram ewig konservieren. "Trag niemandem etwas nach - wir haben alle auch so genug zu schleppen."

Mir sind einige alte Freunde im Laufe der Zeit mehr oder weniger abhanden gekommen, durch Streit und Trennung, aber auch durch verschiedene Lebenswege oder durch große Arbeits- und sonstige Belastungen. Oder einfach nur, weil intensiverer Kontakt zu einem müden Plätschern versiegt ist.

Mich kränkt es manchmal oder macht es traurig, wenn dann auf Versuche von mir, Kontakte wieder aufleben zu lassen, keinerlei Reaktion erfolgt, auch dort, wo es nie einen Streit gab. Oder wo mir dort, wo es Streit gab, signalisiert wird, dass "Vergeben und Vergessen" unerwünscht ist. Ich komme mir dann dumm vor. Und es verletzt meinen Stolz.

Odin gab mir den Rat bei einer Wanderung: Lauf nie mehr jemandem nach.

Den versuche ich seit einiger Zeit zu beherzigen.

07 Mai 2013

Wochenrückblick

Die letzte Woche war recht intensiv.

Ein netter, wenn auch verregneter Beltaneabend auf einem Open-Air-Konzert, dann ein langes Wochenende. Freitag kamen ein paar "Spirimenschen" zu uns, alte Hexenfreunde und befreundete Frauen hier aus der Gegend, und es war ein schöner Abend in einer neuen Konstellation mit Feuerkorb und Trommeln. Ich finde es immer spannend, ob und wie Menschen harmonieren, die sich nicht kennen.

Samstag haben der wilde Ehemann und ich dann vor allem gelesen, "gechillt" und einen Regenspaziergang gemacht.

Sonntag war dann "Ausflugstag", und wir haben den Odenwald gequert, um die südöstliche Seite zu erforschen. Dort fanden wir Muschelkalk im an den Odenwald angrenzenden Bauland und eine schöne Tropfsteinhöhle. Bei dem Wort "Muschelkalk" muss ich übrigens immer hieran denken:



Davor waren wir in Buchen, wo einem immer ein Arsch entgegengestreckt wird:


Dieser "Buchener Blecker" entstammt einer Sage, wonach die belagerte Stadt einen ihrere Mitbürger mit der letzten Nahrung mästete, damit er den Belagerern spöttisch seinen dicken Hintern zeigen kann. Passenderweise war auch Götz von Berlichingen in Buchen aktiv (ihr wisst schon, ihr könnt mich mal am... Götz von Berlichingen), und vom Fasnachtsfeiern lassen sich die Buchener auch durch nichts abhalten. Mir war das Städtchen sympatisch, nicht zuletzt, da und dort gleich eine Glückskatze begrüßte.

Die Wallfahrtsstadt Walldürn dagegen fand ich in ihrer Sonntagsstarre eher trostlos. Ich habe ja durchaus eine Schwäche für katholisches Brauchtum und Volksfrömmigkeit, mag auch die vielen Wegkreuze und Schreine im "Madonnenländchen". Aber die Wallfahrtskirche wirkte düster, das Bluttuch, um das sich alles dreht, war verschlossen (und laut Wikipedia ist darauf eh nichts mehr zu sehen). Diese Blutzentrierung (samt Blutaltar, überall Devotionalien mit dem Blutbild, es werden Blutmessen gelesen und gibt sogar einen Blut-Feiertag) war für mich doch ein wenig befremdlich. Der ganze Ort lebte jahrhundertelang gut von der Vermarktung seines Wunders. So fühlte es sich da auch an. Alleine um etwas Licht in die düstere Wallfahrtskirche zu bringen, hätte man einen Euro einwerfen müssen. Ohne mich, das Geld haben wir lieber in großzügig belegte vegetarische Döner investiert.


Amorbach dagegen war wieder freundlicher. Wir besuchten die Kirche zum heiligen Gangolf, wo überall stand, dass das nicht, nein wirklich nicht die berühmte Abtskirche sei. Machte nichts, ich fand die Figuren am Altar gut, wo Merkur (oder?!) mit einem Kirchenmann eine flotte Sohle hinzulegen schien. 


Und Spiralen gab es auch.



Gestern dagegen einen sehr langwierige und schmerzhafte Wurzelbehandlung und recht viel Arbeit. C'est la vie...

29 Oktober 2012

Im Urlaub gwä!

Oben: Blick auf Burg Hohenzollern,
Unten: Blick von Burg Hohenzollern.

(klick to enlarge)

13 Oktober 2012

Pilze, Pilze, Pilze

Ich habe immer noch genug zu tun, und manche verregneten Herbstnachmittage erfordern es auch dringend, dass ich auf dem Sofa liege und ein nicht sehr intelligentes Hexe-liebt-Vampir-Buch lese.

Dann aber wieder Sonne, ein freier Vormittag mit dem wilden Ehemann und die Erkenntnis: es ist Pilzzeit. Und: es gibt dieses Jahr wirklich tolle Maronen und Steinpilze.






05 Oktober 2012

Nein sagen

Hatte die letzte Woche sehr viele Arbeitstermine und für die nächsten drei Tage auch schon wieder sechs, also habe ich für heute mal nein gesagt und bin statt dessen ein wenig wandern gegangen. Ein warmer, stürmischer Herbsttag. Kaltes Wasser am Kneippbecken. Habe "Keschte" gesammelt und mich gefreut, endlich mal wieder bis zur Erschöpfung laufen zu können, ohne dass mir vorher der Knöchel schmerzt. Die ersten bunten Farben, einiges an Gelb, hier und da ein roter Baum.

Natur gibt und gibt. Ohne Wald wäre ich schon lange verrückt.





Ansonsten:
Erschrecke manchmal, wenn ich Bilder von mir sehe, über meine Falten um die Augen. Lese ein paar Bücher aus der Reihe "Bibliothek der Gefühle" von Udo Baer und Gabriele Frick-Baer und empfinde sie als gute Denkanstöße. Habe viel Lust auf Kochen und Backen, Kochkäse, Apfelkuchen, und esse und trinke zu gerne.

21 September 2012

Mabon, Kunst und Waldwale





Sonne und Wolken und Frühherbstwetter. Entdecke versteckte Seen, alte Waldwale und neue Outdoorkunst. 

Meine Lieblingsjahreszeit, kann auch endlich wieder mehr laufen. Beruflich mehr zu tun, Befriedigung darin. Fahre sogar besser Auto dank Notwendigkeit.

Aber: natürlich auch die alltäglichen Nervereien. Von der Wiege bis zur Bahre - Formulare, Formulare. "Vorsicht vor dem Erwachsenwerden! Es ist eine Falle!" 

Herbst, Mabon (und natürlich kleine - keine? - Zeit zum festlichen Begehen), Übergänge, Häutungen. Meine Haut nimmt es wörtlich und legt eine Runde Neurodermitis ein. Vorsicht, reibe dich nicht auf! 

Büyücülük nerede?!