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06 Januar 2014

Rauhnachtsträume (zehn, elf. zwölf)

Nun sind sie vorbei, die Rauhnächte. Die Träume haben sich, wohl durch das Aufschreiben, intensiviert. Daher nur ein paar zusammenhängendere Sachen...

Vor zwei Nächsten war ich auf einer Party von meinem Jugendfreund F. Fand das dort ganz scheußlich, er fuhr mit bärchengemusterten Strechlimo vor, sein Vater oder Onkel (in realiter ein schwerreicher Mann) hielt Hof, und devote Dorfhonoratioren eines Nachbarortes standen da als Bittsteller an. Mich machte das wütend. Verwöhnte kleine Gören rannten da rum in Samt und Seide, die so schräge Namen hatten, dass ich sie mir nicht merken konnte. Während F. noch auswählte, welche seiner "It-Girls" ihn bei der Weiterfahrt zur nächsten Party begleiten sollten (es saß da ein ganzes Sofa voll mit jungen, aufgetakelten Damen), gesellte ich mich zu ein paar kleine Metallern und unterhielt mich angeregt über Hardrock. 

Vorletzte Nacht verirrte ich mich bei dem Versuch, eine Abkürzung nach Lindenfels zu finden, im Voralpenland. Ich erkundete ein sehr steiles Bachtal zwischen den hohen Gipfeln, wo es eine Art Tempel gab. Allerlei Gegenstände lagen da herum, unter anderem eine Maske aus grünem Glas, und ich versuchte, zu entscheiden, welche wohl an einen solchen Ort gehören und welche nicht. 

Heute Nacht war ich unter anderem in einem Schloss bei zwei Gräfinnen. Die eine war so etwas wie eine Domina und trug eine Art Maskenhelm,d er an einen Superhelden gemahnte. Sie zeigten mir ihre Männer, sie hatten mehrere, die sie großzügig teilten und auch mir anboten. Ich blickte in den Hof, wo das Orchester der beiden Damen meditierend auf dem Boden saß, einer in der Mitte. Die Gräfinnen erklärten mir, das diene der Konzentration und Ausdauer für lange Konzerte; in Wahrheit aber, fand ich heraus, wollten sie Cthulhu beschwören.

03 Januar 2014

Rauhnachtsträume (acht und neun)

Mir fällt einmal wieder auf, wie viel detaillierter die Traumerinnerungen werden, wenn man die Träume aufschreibt... benutze wieder ein Notizbüchlein im Nachttisch. Ich mache das seit Kindertagen immer wieder sporadisch, mal ein halbes Jahr gar nicht, dann wieder regelmäßiger. Ich profitiere davon, ich behalte durch das Notieren die Inhalte und kann mich erinnern. Die Nächte sind damit auch in der Rückschau nicht mehr schwarze Löcher zwischen den Tagen, sondern voll mit Bildern und Geschichten, oft absurd und fragmentarisch, manchmal erotisch, manchmal lange, komplexe Stories, ab und zu psychologisch erhellend.

Schreibt ihr eure Träume auf? Was habt ihr so geträumt in letzter Zeit?

Gestern Nacht: Viel Streit u.a. mit Bruder wegen Heimunterbringung meiner Mutter, Freundin N. steckt mir heimlich auf einem Jahrmarkt Piece zu, ich hänge gegen den ganzen Streit eine Rosenquarzkette auf.

Heute: Abstürzende Ballons und Explosionen, aber dem Ballonfahrer ist nichts passiert. Ich rufe die Polizei, die findet meinen Lagebericht so toll, dass sie mir anbietet, für sie zu schreiben, und ich denke, boah, 40 Cent die Zeile, das wäre aber wirklich nicht schlecht. 
Sehe meinen Vater beim Schneeschippen und Bäume fällen und denke, dafür, dass er tot ist, hat er sich gut gehalten. 

31 Dezember 2013

Rauhnachtsträume (sechs)

Wie die ganzen Nächte viel über Freunde, diesmal tauchten sogar meine Grundschulfreundinnen A. und T. auf. Zugfahrten, Freundin R. erzählt, sieewolle nach Chile fahren. 
Eine Kirchenruine, in der Bekannte randalieren und Stücke abbrechen und herunterwerfen. Die neu arrangierten Trümmer sehen zu unserem Erstaunen im Gegenlicht der Abendsonne aus wie eine Moschee mit Minarett.

Wünsche euch alle ein traumhaftes neues Jahr!

30 Dezember 2013

Rauhnachtsträume (fünf)

Im wachen Leben hatte ich heute den letzten Arbeitstermin im alten Jahr. Habe mit dem wilden Ehemann meine Mutter besucht, die zwar recht weggetreten wirkte, aber immerhin körperlich wieder fitter war und viel herumrannte. Wir sind danach noch spazieren gegangen. Wie die Sonne alles ändert, das Leben angenehmer macht! Wir haben eine sehr surreale winterliche Plantanenalee auf einem Friedhof in R. entdeckt:



Nachts hatte ich ein oft wiederkehrendes Traummotiv - ich habe entdeckt, dass ich immer noch die alte Wohnung in W. habe, irgendwie vergessen zu kündigen. Ich erzähle im Traum sogar anderen, dass ich oft davon träume. Die Wohnung war noch voll eingerichtet. Ich wurde irgendwie wehmütig.
Träumte, dass ich mit dem wilden Ehemann eine riesige Kirche in Rom besichtige
Ich träumte, dass ich - beruflich? - hier im Ort mit einer Hilfsorganisation Obdachlose besuche, die in einem leerstehenden Geschäftsgebäude hausen. Ich schäme mich, weil ich mich so vor dem Gestank ekel, der von ihren Decken und Isomatten ausgeht.

29 Dezember 2013

Rauhnachtsträume (vier)

Vor ein paar Tagen im Rodensteiner Wald.



Jetzt wieder mehr Regen. Aber gestern ein berufsbedingt schöner Abend mit guter Musik und toller Performance.

Wenig greifbare und bedeutsame Träume, eher Berufliches, ein Kollege erzählt mir von seinen Erlebnissen im Krieg (er muss älter sein, als ich dachte, denke ich), zwei Katzen, eine Tankstelle, ein Termin bei einem Bürgermeister.

28 Dezember 2013

Rauhnachtsträume (drei)

Erinnere mich erst nach Nachdenken an ein paar Details.

Treffe meinen alten Kumpel M. wieder, der inzwischen auch meinen Job hat. C. und J. erzählen vom großen Haus vom C.s Schwester. 

Ansonsten - gestern etwas Sonne, immer noch unfitte Mutti, ich selbst auch noch nicht 100% gesund, bin müde und frustriert, und draußen ist es grau. Immerhin: sehe/sah viele Freunde zwischen den Jahren.

27 Dezember 2013

Rauhnachtsträume (zwei)

Ich bekomme eine Karte als Mailanhang zugeschickt, auf der jemand Verbindungen zwischen Odenwälder Kultplätzen eingezeichnet hat, die ein Pentagramm ergeben. ich muss bei einer Behörde in H. Formulare ausfüllen, um einen Pass zu beantragen o.ä. Unter anderen soll ich abschätzen, wie viele Kalorien ich pro Tag für Tätigkeiten verbrauche wie "anderen zuliebe Sachen tun, die ich nicht mag" oder "einen Arm bewegungslos nach oben halten". Ich hatte außerdem entdeckt, dass mir ein Bart wuchs, zwei dickere Strähnen rechts und links am Kinn und mehr als eine Handbreit lang. Ich schnitt ihn ab und wunderte mich, wie mir unbemerkt so viel Bart wachsen konnte.

26 Dezember 2013

Rauhnachtsträume (eins)

Ich möchte wieder dran denken, diese aufzuschreiben. Man kann sich ja jetzt streiten, wann die Rauhnächte anfangen - 21., 24. oder 25. - ich nehme jetzt einfach gestern als Start.

Wenig Erinnerungen an einige Details nah am Alltag - Buchbestellung, Gespräche mit Freunden und Bekannten über Psychologie. Die Mutter von S. zeigt mir aus dem Fenster einen gegenüberliegenden Steilhang. Dort ragt ein großer Fels auffällig aus der Erde heraus und sieht aus, als könne er jederzeit herutnerbrechen. Wir unterhalten uns darüber, ob sie es befürchtet oder nicht.

26 November 2013

Lieber kalt als grau


Die Tage werden heller, Frost löst den ewigen Hochnebel ab, und ich bewege mich endlich wieder mehr (schwer nötig und tut gut!). Gestern hat es zum ersten Mal geschneit, der wilde Ehemann und ich hatten netterweise Zeit, heute Morgen einen schönen Winter-Wodnerland-Sapziergnag zu machen.

Katerchen ist nicht aufgetaucht. Habe geträumt, er käme wieder - zusammen mit den drei anderen verlorenen Katzen von 2012, während ich für meinen vor 13 Jahren verstorbenen Vater koche (Frittierte Frischkäsebällchen mit Kiwi-Marmeladenfüllung...?!?). Wenn es einen Himmel gibt, was ich nicht glaube, warten da auch mich wohl nicht nur Ahnen, sondern auch noch Hundertschaften von Katzen!

Ansonsten: Verwöhne mich ein wenig, schwänze Yoga (muss wieder was anderes machen wie Tai Chi oder Qi Gong, Yoga liegt mir nicht), arbeite wenig und amüsierte mich gestern Abend mit wildem Ehemann bei gemeinsamen Um-die-Ecke-Kreuzworträtseln - meine Güte, was sind wir alt ;-).



26 Oktober 2013

Entspannen und Abgründe

Jaha, ich bin immer noch dabei, so etwas Ähnliches wie Altweiber-Sommer-Halb-Urlaub zu genießen. Wir haben gerade sehr schöne warme Tage, und ich habe mit dem wilden Ehemann viele schöne Spaziergänge machen können. Heute Abend (und morgen und übermorgen und...) bin ich dann mal wieder im Einsatz...

Aber ich träume merkwüdige Sachen, Davon, dass man mir in einem nicht existenten Krankenhaus eine Niere entfernt hat mit der Begründung, sie sei entzündet gewesen. Ich lief herum mit einem Verband in Schulterblatthöhe und wunderte mich, dass ich nichts davon merkte. Dann träumte ich, ich sei der Geist, der über meiner Leiche schwebt...  noch beim Aufwachen grübelte ich, was wohl mit mir Geist passiert, wenn man meinen Körper beerdigt. Schwebe ich dann über dem Grab?

Zwischen zwei solcher Träume hatte ich heute Nacht den Gedanken, dass ich glaube, dass alle Menschen Abgründe in sich haben. Früher war ich sehr scharf drauf, die zu finden, zu benennen und in denen herumzustochern, weil ich irgendwie annahm, am Grund der Abgründe müsse ja etwas besonders Wichtiges, ja, der wahrere Kern der jeweiligen Persönlichkeit liegen. Das denke ich inzwischen nicht mehr. Ich glaube, ein Abgrund ist nicht mehr als das, was es scheint - ein Loch, ein Nichts, eine Lücke. Interessant ist eigentlich eher, wie sich die Menschen diesem Abgrund in sich gegenüber verhalten.

03 Januar 2013

Sanft

Angenehme, bequeme Tage seit Weihnachten. Viel Familie und viele Freunde getroffen an den Feiertagen, zwischen den Jahren, an Silvester. Viel Zeit zum Faulenzen, Essen, Trinken, Spazierengehen.

Ich habe wenig "Spirituelles" getan, glaube meine widersprüchlichen Orakel nicht und vergaß oft das Räuchern.


Auch die Rauhnachtsträume habe ich nicht aufgeschrieben, erinnere mich aber an ein paar Details - eine fette weiße Katze auf meiner Schulter, meine Mutter in etwas besserer Verfassung mit Hochzeitskleid, die Anforderung in einem chinesischen Schwimmbad, eine Tupperdose auf dem Kopf zu tragen, da man im Schwimmbad einen Helm (!) brauchte und die vorhandenen auf meinen großen Kopf nicht passten.

27 August 2012

Schildkröten

Letzte Nacht musste ich zu einem Termin in die Stadt M. Ein mir noch unbekannter Kollege nahm mich mit. Unterwegs sahen wir, dass es in meinem früheren Wohnort L. brannte. Wir fuhren hin, kamen aber über die Indianermärkte mit dem Auto kaum voran. L. lag neuerdings an einem Fluss (See, Meer?). Ich war empört, dass man als Badender dort einfach ins Wasser durfte, denn es lebten dort seltenen Schildkröten in der Uferzone. Die gruben übrigens nicht ihre Eier in heißen Sand ein, sondern bauten sich im flachen Wasser so etwas ähnliches wie Vasen, um ihre Eier dort hinein zu legen.

Heute Nacht war ich in einer großen Stadt, irgendwo in Osteuropa. Ich lief durch einen großen nächtlichen Hafen, wollte da zu einem Straßenmarkt. Dort gab es alles mögliche zu kaufen, vor allem Gemüse. Ich/eine Frau hatte dann dort Hunger und kaufte sich in einem Plastikbeutel Schildkrötensuppe. Es war eine besondere Schildkrötensuppe, denn sie war püriert. Mir/der Frau lief schon das Wasser im Mund zusammen vor Vorfreude, ich/sie setzte sich an einen tisch, die Suppe war plötzlich in einem Suppenteller, und hob den Löffel und sang in einer osteuropäischen Sprache ein Lied über Schildkröten und Libellen, dass ich trotz fremder Sprache verstehen konnte.

23 Mai 2012

Rote Wolken und wilde Schweine

Tagsüber vermisse ich meine Katzen. In den Nächten, wenn mich nicht gerade die verbliebene Katze wachmaunzt, finde ich sie wieder, um sie dann am Morgen wieder zu vermissen.


Vorletzte Nacht erwachte ich, als langsam der Morgen dämmerte. Ich sah, dass der Himmel voller roter Wolken war, und beschloss spontan, spazieren zu gehen. Die Wolken waren gigantisch, mehr wie galaktische Nebel, und der Himmel weltallschwarz. Der Mond, auch er riesig, hing zwischen den Wolken und drehte sich. Mir wurde bewusst, dass man mir bisher im Leben immer Unsinn  erzählt hatte; wenn der Mond am Himmel nur halb voll ist, dann nicht wegen dem Winkel zur Sonne, sondern weil er dann einfach nur halb da ist.



In der wachen Welt gestern durch den Wald gelaufen und die Götter um Zeichen und Hilfe gebeten für meine Katzen. Da brach ein Rudel nicht mehr ganz kleine Frischlinge wenige Meter vor mir aus dem Wald, umrundete mich einmal mit wenigen Metern Abstand und verschwand. Die Muttersau sah ich nicht.

Ich fand das faszinierend (und natürlich auch ein bisschen aufregend), denn die scheuen Schweine hier bekommt man tagsüber selten von nahmen zu Gesicht. Das letzte Mal ist Jahre her.

Aber was bedeuten viele kleine Wildschweine?

18 März 2012

Telekinese

Heute Nacht haben der wilde Ehemann und ich uns in Telekinese geübt. Dazu benutzten wir ein apfelgroßes kegelförmiges Objekt, das sich "reibungsfrei" drehen konnte.
Es klappte bei uns beiden auf Anhieb!
Ich probierte es wieder und wieder und es ging, toll. Aber dann hatte ich furchtbar Schmerzen in der Mitte der rechten Handfläche. Ich entdeckte einen kleinen blauen Fleck, etwas centstückgroß. Darum herum war der Handteller gerötet. Ich hatte mir mein Handchakra durch zu viel Üben entzündet!
Es tat sogar nach dem Aufwachen noch kurz weh.

Ansonsten - Raido in the storm, bei Mutti nix Neues, halte mich wacker oben, genieße die Frühjahrswachheit und probiere neue Wege im Bereich Schreiben und Geldverdienen.

19 Dezember 2011

Kämpferische Nacht

Zuerst begegnete mit letzte Nacht etwas Diffuses, das mit Angst machte.

Dann versuchte ich einer Freundin, mit der ich nur noch wenig Kontakt habe, zu erklären, was ich so traurig finde von wegen Freundschaft und der geringe Stellenwert davon heutzutage usw. usw. - sie meinte nur arrogant, ich sei ein "..." (weiß das Wort nicht mehr), und als ich nachfragte, was das sein solle, erklärte sie mir, das sei bei erfolgreichen Menschen der Ausdruck für den deutschen Paketservice und damit ein Synonym für alle(s), was altmodisch und überholt und langsam sei.

Dann war ich Schülerin auf einer Klassenfahrt und lieferte mir einen heftigen Fight mit einer Lehrerin, weil die wollte, dass mein HIV-positiver Mitschüler als "Gefahr" in ein isoliertes Einzelzimmer käme. Ich glaube, ich war so wütend, dass sie mich von der Schule geworfen haben.

Dann war ich mit Live-Rollenspielern unterwegs, die von einem Zauberer angegriffen wurden, der uns (real life) ermorden wollte; mit unseren (recht stumpfen) Schwertern und Messern zogen wir los. Zum Glück blieb uns ein Blutbad erspart, denn wir konnten ihn bannen, indem wir seinen Charakterbogen verbrannten.

Dann war ich bei meinem Zahnarzt, der in neuen luxuriösen Räumen residierte; er kündigte mir irgendwelche Behandlungen an, verschwand dann aber zum Plätzchenessen. Ich folgte ihm, fand dann aber nicht in den Behandlungsraum zurück, und da lag noch meine Handtasche!


05 Dezember 2011

Green and Grey


Und dann wieder am ungeliebten Montag ein kleines Zeitfenster für einen Spaziergang durch Licht und Schatten und Wind, ich mag das sehr gerne, auch wenn ich dem Spätherbst sonst nicht viel abgewinnen kann. Immerhin hat es nach wochenlanger Herbstdürre mal wieder gut geregnet, Sonne spiegelt sich in Pfützen.

Meine Mutter mag dieses Wetter gar nicht (so wie sie eigentlich in ihrer jetzigen Phase gar kein Wetter mag), sie steht die meiste Zeit des Tages vor unseren großzügigen Fenstern und jammert darüber, dass irgendwo eine Wolke ist, oder Regen, oder Sonne. Auf eine Art und Weise, die ich nicht fassen kann, ist das alles für sie bedrohlich, und wenn ich ihr versichere, alles sei OK, fühlt sie sich verscheißert. Und jeden Abend die gleiche entsetzliche Sensation für sie, wenn es dunkel wird.

In meinen Nächten geht es um Trennungen und Neubeginne.

Ein Mann, mit dem ich vor langer Zeit mal liiert war, erzählt mir, er habe mich noch während unserer Zeit mit Schneewittchen betrogen. Es empörte mich nicht sehr, aber ich war völlig verständnislos, wieso er dann nicht bei Schneewittchen geblieben ist statt der wahren späteren Partnerwahl.

Ein anderer Mann, mit dem ich nie liiert war, erklärt mir traurig, er müsse sich von mir trennen. Zwar hätte ich ihn durch einen Besuch einer Kneipe beim Wacken-Festival erfolgreich aus den Klauen einer evangelikalen Sekte gerissen, doch nun sei Schluss. Aber ich könne, immerhin, die Koi-Karpfen behalten.

Das ganze Haus hier ist voll von schweigenden Frauenspiriweibern, die zufrieden an dunklem Bier nippen. Nachfragen ergab, dass sie auf das Wohl eines Neugeborenen anstoßen, aber welche der Frauen nun ein Kind bekommen hat, kann ich nicht herausfinden.

25 November 2011

Struck a nerve

Und dann gibt es wieder solche Tage -

Die wallenden Nebel werden zu etwas wie drückendem Smog und beißen in den Lungen. Erste Graupel rieseln daraus hervor. Gestern Abend hat meine Mutter gesagt, dass wir zu ihr gezogen sind, sei der schlimmste Fehler ihres Lebens gewesen (Hintergrund war, dass ich wegen niedrigem Zucker darauf bestehen musste, dass sie ihr Abendbrot aß, und ihr das nicht passte). Ja, ich weiß, das ist nur die Krankheit und sie kann nix dafür und überhaupt, aber es hat mich ins Herz getroffen, diese unbeabsichtigte, aber himmelschreiende Undankbarkeit, die ich so oft über mich ergehen lassen muss. Steckt das in uns allen drin?

Zum tausendsten Mal beschlossen, mich umzubringen, sollte ich Demenz entwickeln und bis dahin kein Heilmittel auf dem Markt sein. Hatte dann auch keinen Nerv mehr, mich Abends zu einem Frauentreffen zu begeben, habe mich lieber von wildem Ehemann, dem alten Captain Picard, Buffy und Pfälzer Landwein trösten lassen. Schlecht geschlafen.  

Von Leuten geträumt, die mit Pick-Ups und Gewehren auf Menschenjagd gehen und auch fremde Wohnungen und Häuser benutzen, sich dabei einen Spaß erlauben, merkwürdige Dinge zu hinterlassen oder Wände schwarz zu streichen, aber auch teure neue Sachen zu kaufen. Hatten plötzlich einen neuen Kühlschrank, neue Küchenmöbel, teure Vitamin-Aufbaukuren. Ich haderte mit mir, ob es in Ordnung ist Dinge zu behalten - Geschenke von Individuen,deren Hobby Menschenjagd ist. Habe auch geträumt dass meine Mutter plötzlich zusammenbricht, ich weiß nicht genau, ob sie simuliert. Nicht weit entfernt steht mein Vater, ich bin völlig durch den Wind und flehe ihn an, herzukommen und mir zu helfen, aber er bleibt einfach da stehen, stumm.

Heute wieder eine Heimbesichtigung, scheußlich diesmal. Eine alte Frau sitzt alleine in einem Flur und weint ununterbrochen, die meist jungen und unerfahren wirkenden Pflegerinnen ignorieren sie. Ein alter Mann mit einem Bein sitzt im Rollstuhl bei null Grad draußen. Keiner beachtet ihn. Und in so was ähnliches will ich meine Mutter stecken, denke ich und fühle mich dementsprechend, auch wenn natürlich andere Heime einen besseren Eindruck hinterlassenen haben.

Auf dem Heimweg sehen alle Menschen scheußlich und bemitleidenswert aus, spitzgesichtige magersüchtige Gymnasiastinnen rennen aus der Schule, ihre dicken Altersgenossinnen ohne Abitur schieben derweil Kinderwägen in den Kik. Manchmal ist die Haut einfach zu dünn. Ach ja, dazu passt das hier:



Zu Hause habe ich eben erst mal ausgiebig geweint.

18 November 2011

Vexierbild


"Landart" - aber wenn
du Bild eins zur Seite drehst:
Augen im Schädel!


***
Heute Nacht unter anderem meine alte Schulfreundin B. auf einem Hexentreffen wiedergesehen. Sie war sehr merkwürdig dick geworden, nur unterhalb der Hüfte, und sie erzählte mir, das sei eine Krankheit, die sie vom Fleischessen bekomme. Leider könne sie aber dem Fleisch manchmal nicht widerstehen. Ihr Mann mischte sich ein - ja, und das letzte Mal sei es nicht nur Wildschwein gewesen, sondern sogar verrottetes, da B. das nicht realisiert habe, da die Speisekarte in Englisch war!
B. erzählte, darüber hinaus bewirke ihre Krankheit Augenschäden, und die OP, um diese zu beseitigen, sei sehr teuer. Sie wollte mich dazu motivieren, dafür Geld zu sammeln, aber  - obwohl dabei das Gewissen an mir nagte, ich hatte einfach keine Lust. Mein wilder Ehemann schlug vor, doch solche Strahlen-Laser-Augen-OPs auch selbst ausprobieren zu können, er habe da schon eine entsprechende Strahlenkanone gebastelt.


Uih-Uih-Uih, dachte ich.

26 September 2011

Schuhe, Hunde und Landvermesser

Bin Nachts in letzter Zeit immer viel unterwegs. Vor zwei Nächten verlor ich andauernd meine Schuhe, während überall Meldungen von einer Erdbebenkatastrophe in Athen bekannt gegeben wurden. Ich beklagte den ständigen Schuhverlust meiner Freundin S., und die meinte, ganz Psychologin: "Du träumst zu viel!".

Ich wollte mit dem wilden Ehemann in der Schweiz zelten, aber Nachts griffen uns verwilderte Hunde an. Mir taten sie Leid, dennoch schlugen wir, wenn sie näher kamen, mit Stöcken auf sie ein. Sie lösten sich dann in diffuse Fellreste und Wohlgefallen auf. Wir schlugen, bis es morgen wurde. Später im Bus sagte Caroona zu mir - "dass ihr in dem Film aber auch den Leguan so gequält habt, finde ich nicht in Ordnung!"

Mein Ex ruft mich an und erzählt, dass er ein Jobangebot als Landvermesser in Süd-Kolumbien hat. Ich erwidere, dass dies sehr merkwürdig sei bei seiner Berufsausbildung, aber ich hätte schon mal geträumt.

23 September 2011

Mabon

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Mabon!

Herrliches Altweibersommerwetter, ich liebe es, wünsche mir nur mehr Freiheit zum Wandern und Denken, Freiheit v.a. von der Pflege. Aber man kann nur ernten, was man säht. Ich überdenke Alternativen, und Schuldgefühle und Sorgen sind meine ständigen Begleiter.

Heute Nacht habe ich bei einer Pfauenfarm in Berlin Federn gestohlen, ich konnte sie durch den Maschendrahtzaun fummeln, die schönen mit dem Pfauenauge und ebenfalls sehr ansehnliche, lange weiße, wie Straußenfedern. Erstaunlich, da die Pfauen alle nur unansehnliche braune Hühnervögel waren. Doch dann erwischte mich die Besitzerin, die gerade aus dem Haus kam und ein Hochzeitskleid trug. Mir war das peinlich, und noch im Erwachen dachte ich - und wenn ich ihr einfach ein bisschen Geld als Entschädigung anbiete?

Will auch schon lange andere Dinge hier schreiben, komme aber irgendwie nicht dazu. Immerhin mal wieder zwei Bücher auf lesenlesen rezensiert.