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27 Februar 2019

Die ersten Bärlauchspitzen

Ich schreibe nur noch so selten... das letzte Mal Spätsommer, den Novemberbeitrag stellte ich nicht fertig. Veränderungen rumoren immer noch in mir, aber ich weiß wie immer nicht, wohin mit mir, vor allem beruflich. Ich sehne mich gleichzeitig nach mehr (finanzieller) Sicherheit und nach mehr (kreativer) Freiheit. Wüsste nicht, wie ich das unter einen Hut bekommen soll, alldieweil der aktuelle Kompromiss schon ein sehr guter ist.





Aber ich freue mich über erste helle Frühlingstage und Bärlauchspitzen.


08 April 2013

Grünzeug galore

Angeblich soll ja jetzt bald Frühling werden, etwas wärmer ist es auch schon, und langsam kann ich die ersten Kräuter finden. Den frostunempfindlichen Bärlauch schon länger, langsam kommen auch immer mehr junge Brennnesseln, Löwenzahn und verwilderter roter Ampfer aus dem Garten.


Ich mache auch wieder häufiger Kochkäse. Letztens auch mit Bärlauch, ansonsten mit Kümmel. Auch in Brot kann man gut Brennnesseln und Bärlauch einbacken.

Hier: Bärlauchkochkäse mit Brennessel-Bärlauch-Brot.



Kochkäse (ein Odenwälder Lokalgericht) kann jedeR mal selbst machen, ist ganz leicht. Die Rezepte dafür variieren.

Mein Rezept ist:

1kg Magerquark in ein sauberes Tuch geben und über Nacht in einem Sieb mit etwas beschweren, damit die Flüssigkeit austritt.

Den trockenen Quark mit 2 gestrichenen TL Natron und 2 gestrichenen TL Salz bestreuen und gut mit einer Gabel vermengen.

In einer Frischhaltedose bei Raumtemperatur stehen lassen, bis es gelblich-glasig wird (1-2 Tage).

Dann, am besten über einem Wasserbad, rühren, bis es eine zähe gummiartige Masse ist. Butter oder Sahne unterrühren, nach Geschmack auch ein Stück zerkleinerten herzhaften Käse, Kräuter, Kümmel...  (ich hatte den Bärlauch vorher mit der Sahne püriert und dann untergerührt).

Wenn ihr mit Butter und Sahne geizt, ist der Kochkäse recht kalorienarm.

Hält im Kühlschrank eine ganze Weile.

11 März 2013

Aus der Not eine Tugend machen

Die letzten sieben Tage waren arbeitsreich und brachten die ersten Frühlingstage mit sich. Mein wilder Ehemann und ich haben sogar zaghaft mit Frühjahrsputz angefangen. Heute ist Schneeregenwetter, ich habe keine Termine außer Haus und sitze recht zufrieden mit Tee und Katze auf dem Sofa.

Als ich vor einigen Tagen einer kleinen Schimmelecke an der Fensterfront mit chlorhaltigem Schimmelentferner zu Leibe rückte, besprühte ich natürlich auch meine Kleider. Ich erinnerte mich aber an meine Jugendtage ("Domestos-T-Shirts" mit abgeschnittenem Kragen war so Dorfpunkerstyle) und hab noch etwas weitergesprüht. (Natürlich zog ich mich vorher um.) War wohl etwas zu enthusiastisch, aber das Ergebnis finde ich dennoch witzig. Die Form habe ich einfach aus dickerem Papier geschnitten und mit Steinchen beschwert.




26 Februar 2013

Here comes the sun?

Oder auch doch nicht. Nur 100 Stunden Sonne gab es diesen Winter, das ist pro Monat so viel wie in 2-3 schönen Sommertagen. Kein Wunder, dass ich immer langsamer werde, träger, verfressener, eigenbrötlerischer und bei jedem Sonnenstrahl hinausrenne.


Food-Content: Ich esse seit einiger Zeit gerne Rote Bete. Ich verwende (aus Faulheit) oft die fertig gegarte aus dem Plastikbeutel, die es in jedem Supermarkt gibt. Gut in Erdnussöl und einem Hauch Honig angebraten eine Delikatesse (finde ich). Ich hatte jahrzehntelang Ekel vor Roter Bete, weil ich nur die sauer eingelegte aus dem Glas kannte und verabscheute  Aber sie schmeckt roh und frisch oder auch gebraten oder gekocht als Mischgemüse sehr lecker, halt etwas erdig.



Gedanken: Je älter ich werde (das müsst ihr 2013 sicher oft lesen, ich werde Ende des Jahres 40), desto banaler erscheint mir das Große. Ganz egal, ob es um große Theorien geht, die großen Gedanken der Philosophen, Religionen, politischen Theoretiker, soziologischen Theorien, die ganz großen Gefühle, große Künstler, die "Wahrheit" (TM). Nicht, dass ich besondere Leitungen oder Erfahrungen abwerten will, aber vieles, was so staatstragend daherkommt, erscheint mir doch auf den zweiten Blick überraschend einfach gestrickt, ernüchternd normal oder sogar dumm. Dagegen schätze und achte ich immer mehr das Alltägliche und ärgere mich über Menschen, die sich zu weit abgehoben fühlen für das Allzumenschliche. Es ist ja schön, wenn irgendein Nerd in seinem Keller die philosophische Erklärung für das Leben, das Universum und den ganzen Rest zusammenbastelt. Aber ein engagierter Trainer im Sportverein, eine engagierte Ortsvorsteherin für eine 200-Seelen-Gemeinde, ein naturliebender Förster tut in meinen Augen mehr für die Welt.

05 Dezember 2012

Heiß, scharf und rot

Jobbedingt habe ich Mitte der Woche meine mehr oder weniger freien Tage, während es Freitag bis Montag am meisten zu tun gibt. Zeit, um den ganzen Papierkram zu erledigen (das hat mir keiner gesagt, dass man irgendwann als großes Mädchen jeden Tag mit Papierkram zu tun hat) und mir in Ruhe was zu Essen zu kochen. Draußen drückten die Wolken hinunter bis in die Täler, Schneeregen wechselt ab mit Matschschnee. Es wird nicht richtig hell.


"Was willst du zu essen, Körper", frage ich.
Der/die meint: "Es muss heiß sein und scharf und ein bisschen fettig und definitiv rot-orange".
Also gab es rote Linsen mit Rote-Beete-Möhren-Kürbis-Kokosmilch-Ingwer-Chilli-Zeug.
Mit dem Titel bekomme ich sicher wieder viele Hits im Blog.


Habe außerdem heute im Auto ca. 15 Mal "Bread and Circus" von Marc Almond gehört und an der Tanke hartnäckig versucht, statt meinen Tankdeckel ein tankeldeckelgroßes Ziernupsi auf der falschen Seite meines Autos zu öffnen. Ähm ja. (Entschuldigung: hab bisher das Auto nicht getankt und meine letzten Fahrzeuge hatten ihren Tankdeckel auf der anderern Seite).

13 Oktober 2012

Pilze, Pilze, Pilze

Ich habe immer noch genug zu tun, und manche verregneten Herbstnachmittage erfordern es auch dringend, dass ich auf dem Sofa liege und ein nicht sehr intelligentes Hexe-liebt-Vampir-Buch lese.

Dann aber wieder Sonne, ein freier Vormittag mit dem wilden Ehemann und die Erkenntnis: es ist Pilzzeit. Und: es gibt dieses Jahr wirklich tolle Maronen und Steinpilze.






09 September 2012

Wald und vegane Grillspieße...




... dazu ein bisschen Arbeit, Kultur (lokal und an überraschendem Ort international) und Bier auf der Terrasse an lauen Spätsommertagen - das war mein Wochenende.


05 September 2012

Streuobst und Wandern

Ich freue mich, dass ich gestern die Abschlussprüfung für meine "Wanderführerausbildung" gut bewältigt habe. Die entsprechende Urkunde bekomme ich noch und Wanderführerkleidung im Corporate Design...

Bin heute morgen das erste Mal seit langem mit einem guten Gefühl im Bauch aufgewacht. Vielleicht liegt es daran, dass ich wieder ein bisschen versuche, meine verstopften Chakren zu betüddeln. Oder an der erfolgreichen Prüfung gestern.

Wie dem auch sei, damit das gute Bauchgefühl anhält, backe ich Apfelkuchen. Auf den verwilderten Streuobstwiesen liegt schon wieder einiges herum...




20 August 2012

Isa, Hagal - Eis und Hagel

Bei weit über 30 Grad ernähre ich mich hauptsächlich von Salat und selbstgemachtem "Eis". Eigentlich gieße ich nur Milch über TK-Obst, höchstens noch etwas (Vanille-)Zucker...


Beerenobst und Beerenmischungen eignen sich gut. Das ganze geht auch püriert, hier vegan mit "Vanille-Soja-Drink".


Vorhin kam ganz anderes Eis in den Garten, Hagelkörner groß wie, ja, wie was, halt nicht ganz Walnüsse.


Ansonsten: Keep cool!

18 Mai 2012

Katzensuche und Batiken

Wie gesagt, vorgestern hat ja der Nachbar die beiden Streuner gesichtet, aber bei uns haben sie sich nicht gezeigt... das zieht mich natürlich runter, auch wenn ich sonst froh sein könnte - dieses Wochenende habe ich nicht so viel zu arbeiten und es soll wärmeres Wetter geben.

Habe Zettel aufgehängt mit den Bildern der Katzen und die Nachbarn darum gebeten, mal in Schuppen und Garagen nachzuschauen, ob da eine Katze eingesperrt ist. Eigentlich hoffe ich ja, dass die beiden einfach zusammen auf Tour sind; dass zweien gleichzeitig "was passiert" ist ja doch sehr unwahrscheinlich. Die Suche nach ihnen abseits der Wege ist schwierig, das Gras ist hier bis zu hüfthoch.

Hatte gestern trotz der Sorgen einige Termine zu absolvieren. Danach habe ich mich Abends noch mit anderen Frauen bei einer befreundeten Batikkünstlerin getroffen und wieder ein bisschen mit heißem Bienenwachs herumgekleckert und gequatscht. Diese Art des Batiken ist nicht wie das, was ihr sicher noch aus - welcher Jugendzeit auch immer - kennt (T-Shirt mit Schnur umwickeln und ab ins Heißfärbemittel). Bei der ursprünglichen javanesischen Form der Batik malt man mit heißem Wachs ein Negativ des Bildes. Dann wird kalt gefärbt und das ganze getrocknet. Normalerweise werden dann weitere Wachsschichten und Färbevorgänge durchgeführt. Zum Schluss bügelt man das wachs aus.

Hier mehr übers Batiken.

Diesmal haben wir nur aus Zeitgründen eine Farbe verwendet. Ich habe zum ersten Mal nicht mit einem Pinsel, sondern einem Tjantings gearbeitet. Das ist eine Art Minikupferschälchen mit Tülle am Stil.


(so, seht ihr, jetzt hab ich auch Crafting-Inhalt ;-))




03 Mai 2012

Grün und Blau und Weiß und auch Gelb

Bunt ist es draußen, in den warmen Tagen um Beltane ist die Natur explodiert, alles voller Apfelblüten und Löwenzahn, die Blätter entfalten sich an allen Bäumen, die Wiesen strahlen. Der Himmel an manchen Tagen so blau, dass er schon violett erscheint.



Seit Mitte letzter Woche war sehr viel los bei mir. Meine Mutter musste 2 Tage ins Krankenhaus wegen einer Thrombose, zum Glück reagiert sie gut auf den Blutverdünner und konnte schnell zurück. Das Heim hat ihre Medikamente weiter reduziert, und sie ist wieder wacher und nicht mehr zittrig.

Leider habe ich dieses Jahr kein Beltane mit dem Pesel gefeiert, es gab so viele Terminschwierigkeiten bei allen von uns :-(. Ich hatte letztes Wochenende auch keine Zeit und eine Fortbildung, und an Beltane selbst habe ich - gearbeitet. Auch wenn das in meinem Fall hieß, mir mit einem Becher Apfelwein in der Hand in einer lauen Sommernacht  Rockbands anzuhören ;-). Und natürlich weiterhin Formulare für dies und das, was meine Mutter und meine Freiberuflichkeit betrifft.

Über was ich so nachdenke, wenn ich dazu komme:

1.Dass ich zurzeit sehr zufrieden damit bin, das Leben trotz Problemen zu genießen... komisch, aber als vor rund 6-7 Wochen die Probleme meiner Mutter mal wieder eskalierten, habe ich wirklich gedacht - ich habe keine Lust mehr, die ganze Zeit Angst zu haben und mir Sorgen zu machen! Schluss damit! Und seit dem mache ich mir viel weniger Sorgen und habe viel weniger Angst und bin kaum noch sozialphobisch.

2. Nein, keine Ahnung, wie ich das mache. Vielleicht hilft Gemüse aus dem eigenen Garten und Waldmeisterwein?



3. Ich habe früher immer die typisch deutsche "Vereinsmeierei" belächelt, aber durch viele Kontakte mit Vereinen schätze ich das jetzt ganz anders ein. Der Tend geht ja (v.a. bei "uns jungen Leuten") eher dahin, alles nur noch individuell, kommerziell und unverbindlich zu betreiben. Freizeitvergnügen heißt konsumieren, shoppen, sich ohne Verpflichtung Spaß kaufen. Ich finde, Vereine setzten da ganz andere Akzente. Viele tun der Gesellschaft wirklich etwas Gutes - Feuerwehren, Rotes Kreuz, Arbeiterwohlfahrt. Aber auch in einem Sportverein  geht es um Gemeinschaft, darum, etwas weiterzugeben, sich für eine Sache zu engagieren - ohne dafür mehr zu bekommen als vielleicht eine kleine Ehrenamtspauschale. Finde ich gut, und auch ich engagiere mich jetzt hier für den Geopark, während mein wilder Ehemann plant, sich multikulturell einzubringen.

4. Nicht nur ich, sondern auch meine (sehr viel hübschere) beste Freundin haben uns den Kopf darüber zerbrochen, wieso wir mit Mitte/Ende 30 für gleichaltrige Männer offenbar zu so was wie ältliche, geschlechtsneutrale Tanten werden, während uns die Generation 60 plus immer mehr anzuflirten beginnt. Ideen? Orientieren sich Männer ab 35 immer 15-25 Jahre nach unten?

23 April 2012

Nangilima

Erinnert ihr euch nach an Nangilima?


 Eine Frühlingspriesterin.


Neugierige Pferde.

22 März 2012

Maronenomlett

Keine Sorge, ich beschäftige mich noch mit anderen Sachen als Kochen und Essen. Wobei Wildkräuter ja so unglaublich gesund sind und man auch noch beim Sammeln Kalorien verbrennt, dass man davon gar nicht genug mampfen kann ;-).

Heute habe ich gekochte Maronen (ohne Schale, klar) mit Milch püriert. Dazu etwas Mehl, ein paar Eier, Gewürze. In der Pfanne in Öl ausbraten.

Dazu gab es einen Salat aus zwei geriebenen Äpfeln, ein paar Möhren, einer gehackten Zwiebel und einem guten Bündel Bärlauch und anderen Wildkräutern (Giersch, Gundermann, Löwenzahn... aber v.a. Bärlauch). Ein Teil schnitt ich klein und gab ihm zum Salat, der Rest wurde mit Joghurt, Gewürzen, etwas Öl und einem Spitzer Zitronensaft püriert und drüber geschüttet. Irgendwo war sicher auch wieder Bockshornklee drin.

Et voila.

Genießt den Tag. Esst was Gutes. Küsst eureN LiebsteN. Tut, was ihr wollt. Wer weiß schon, was morgen kommt!


21 März 2012

"Flieg nicht zu schnell!"


Dass riefen mir zwei ältere Wanderer von ihrer Bank aus gestern zu, als ich, die Sonne genießend (und nicht sehr schnell) mit ausgebreiteten Armen über eine Wiese lief.

Tatsächlich bewegt sich alles im Augenblick ein bisschen schneller, und manchmal wird mir - ganz somatisch - davon etwas migräne-schwindelig. Aber dafür geht mir auch alles im Augenblick ungewohnt leicht von der Hand (und vom Herz), neuer Heimplatz für Mutti ist schon organisiert, nächste Woche kann sie wieder umziehen und ich hoffe, sie kann sich da dann endlich mal in Ruhe eingewöhnen. Beruflich geht auch grad was.

Und ich esse wieder viele Wildkräuter, vor allem Brennnesseln, damit meine Haut wieder klar, der Verstand wieder scharf und die Gedanken bissig werden!






02 März 2012

Kochkäs

Ich erinnere mich, dass ich vor vielen Jahren schon mal versucht habe, Kochkäs zu produzieren, allerdings mit wenig Erfolg - wobei ich mich nicht mal mehr an das Ergebnis erinnern kann. Der diesjährige Versuch war jetzt befriedigend, auch wenn die Konsistenz  etwas schmieriger hätte werden können - eventuelle NachköchInnen mögen es mit mehr Sahne und/oder fettigerem Quark und/oder etwas Butter hinein probieren.

Es gibt sehr viele Kochkäsrezepte im Netz, viele beinhalten viel Butter, das muss aber gar nicht sein. Meins stammt in den Grundzügen aus einer Sendung im hessischen Rundfunk.

Für eine große Portion verwendete ich:

500g Magerquark
250g Quark 40% Fett

In ein sauberes Küchentuch geben, dies in ein Sieb mit Topf darunter; dann den Quarkbeutel über Nacht mit einem Gewicht (z.B. großes Gurkenglas mit Inhalt!) beschweren, damit er "Wasser lässt".

Den trockenen Quark am nächsten Tag mit 1,5 TL Natron und 1,5 TL Salz gut vermengen und in Tupperdose verschließen. Warten, bis der Quark gelblich-glasig wird (bei mir waren es ca. 12 Stunden). Dann die Masse auf einem Wasserbad langsam erhitzen, dabei kräftig rühren. Wenn es eine einheitliche Schmiere wird, ist das ganze schon fertig, dann vom heißen Wasser nehmen.

Zugegeben habe ich dann aber noch:

Etwas flüssige Schlagsahne
ca. 50g geruchsintensiven Käse (Münsterländer)

und es untergerührt, bis es eine homogene Masse warwurde
Abkühlen lassen, dann im Kühlschrank aufbewahren.


Wie gesagt, ist etwas zu fest, aber sehr lecker geworden. Traditionell isst man Kochkäs mit Bauernbrot, Kümmel und "Musik". "Musik" sind eingelegte Zwiebelringe.

Und natürlich trinkt man dazu Apfelwein.

10 Dezember 2011

True Colours

Bin wieder mal ein bisschen gelaufen, über den Bergrücken, vorbei an
Hügelgräbern und durch ein Tal, in dem es spuken soll; Farbtupfer auf
einem grauen Friedhof bemerkt. Danach etwas Leckeres gegessen aus meiner
Reihe "Verhasste Gemüse aus der Kindheit neu entddecken" - Wirsing
diesmal, mir noch schaudernd bekannt als verkochten stinkenden
Wirsingeintopf mit eklig fettigem Fleisch drinne. Doch angebraten mit
Chilischote, Knoblauch, Möhrenstreifen und Hokkaido-Scheibchen, mit
etwas Salz, Brühe, Zucker und Sojasoße abgeschmeckt, dazu noch eine Hand
voll Erdnüsse, Woknudeln dazu und mit einem Klecks Kokosnusscreme
garniert - lecker. Und - he, das war ja sogar vegan!
Ach, ich esse einfach zu gerne.
Einer anderen oft vermissten Freude habe ich mich beim Laufen hingegeben
und nachgedacht - diesmal über das erste Drittel von Laings "Das
geteilte Selbst", in dem er ein ontologisches Modell von schizoiden
Störungen vorstellt, das ich sehr einleuchtend und vor allem einfühlbar
fand. Es geht dabei darum, dass Schizoide von sich annehmen, ein "wahres
Selbst" zu besitzen, das aber sowohl mit dem Körper als auch dem
sozialen Ich nicht deckungsgleich, ja, vielleicht nicht einmal
nennenswert verbunden ist. Viele Abwehrmechanismen sind nötig, um dieses
"wahre Ich" vor den empfundenen Zumutungen und Gefahren der Welt zu
schützen, der wiederum "falsche Ichs" vorgespielt werden; doch ohne
echten Austausch mit der Welt da draußen wird das kostbare "wahre
Selbst" immer irrealer, substanzloser und fragiler und irgendwann leer.
Das jonglierte ich im Kopf mit Goffmans Rollentheorie und westlichem
Zen-Buddhismus herum und verglich es mit den psychologischen Typen nach
Riemann.
Wenn man zu viel mit jemandem zusammenhängt, der sich wie meine demente
Mutter leider eher auf kindlichem Abstraktionsniveau bewegt und nach so
einem Tag Geplapper einen Matschkopf hat, der kaum noch klare Gedanken
fassen kann (wie halten Vollzeitmütter und Kindergärtnerinnen das
aus!?), ist es richtig lustvoll und dopaminausschüttend, zu DENKEN. Ich
muss mir unbedingt noch ein paar Sachen dazu notieren. Irgendwie habe
ich das Gefühl, ich habe etwas wichtiges verstanden.
Vielleicht bekomme ich auch nur Migräne, davor habe ich oft das Gefühl,
ganz schlau zu sein ;-).

29 September 2011

Tierisches, Schmerzliches, Leckeres

Eine Kreuzspinne, kronkorkengroß, der Körper allein groß wie eine Haselnuss - das ist sogar mir etwas zu viel.

Eine dicke rot-weiße Katze beobachtete mich beim Spazierengehen. Wie üblich war ich peinlich und begrüßte sie lauthals. Später bekam ich, wie leider zu oft in letzter Zeit, eine Migräne-Aura, am nächsten Tag - gestern - gleich noch eine. Mein Hirn fühlt sich seitdem innen etwas matschig an. Ein Aufruf mehr, sich vielleicht nach 10 Jahren mal wieder von einem Arzt durchchecken zu lassen - und das Thema "wie delegiere ich künftig die Pflege meiner Mutter, und wie bezahle ich das" weiter zu verfolgen. Jeder Schritt dort hin kostet Mühe. Aber ich kann langsam nicht mehr, bin immer wieder bis an meine Grenzen gegangen und darüber hinaus in den letzten 3-4 Jahren, und auch dem wilden Ehemann zehrt alles an den Nerven, klar. Ist ja auch nicht so, dass demente alte Menschen netter werden, je mehr sie vergessen. "Geh doch zum Mond!", schimpft sie oft mit mir, wenn ich gerade nicht das mache, was sie will.

Das Gute - ich weiß immer besser, was ich eigentlich will und was nicht.

Von dicken Katern lernen heißt - entspannen lernen. 


Ich freue mich über das viele bezahlbare Gemüse im Herbst - Blumenkohlsalat mit gebackenem Kürbis und Roter Bete.

12 September 2011

Magisches Kochen

Mal wieder eine (Wild)Kräutersoße aus neun Kräutern gemacht. Gestern kam hinein: Brennessel, Giersch, Gundermann, Zitronenmelisse, wilder Dost, Löwenzahn, Kapuzinerkresse, Petersilie, Sauerampfer. Mit Knofi und Milch und Käse oder Nüssen pürieren, würzen, etwas Soßenbinder rinn, aufkochen, fini.

11 September 2011

Jahresrad

Herrin, es ist Zeit, auch wenn der Sommer nicht sehr groß war. Die
Spinnen kommen schon in Nähe des Hauses, eine große Kreuzspinne thront
im Netz am duftenden Rosmarinbusch.
Morgens neblig, dann aber warme, sommerliche Tage, noch einmal tüchtig
schwitzen beim Wandern und abends Grillen in dem Bewusstsein, vielleicht
war es das letzte Mal dieses Jahr. Melancholie. Jeden Herbst ein
bisschen älter, aber auch reifer?
Mich überfällt wieder meine anachronistische Sammelleidenschaft,
Ebereschenmarmelade muss gekocht werden und Apfelmus. Nüssse sammeln.
Manche Streuobstwiesen hier werden gar nicht genutzt, oder es holt ein
Bauer nur ein Mal einen Anhänger voll für die Mosterei, den Rest fressen
Wildtiere und Wespen und die Bodecea.
Apropos Wespen - habe in einem Storlbuch - "Heilkräuter und
Zauberpflanzen zwischen Haustür und Gartentor" - gelernt, dass das
Brennesselgift eng mit Wespen- und Bienengift verwandt ist. Tatsächlich
bin ich, seit ich in Feld, Wald und Wiese immer wieder durch Brennesseln
laufe und sie auch regelmäßig, vor allem in Frühjahr esse, gegen ihr
Gift viel unempfindlicher geworden, aber auch die letzten zwei
Bienenstiche waren viel weniger heftig als früher. Auch
Stechmückenstiche jucken mich viel weniger, im wahrsten Sinne de Wortes.
Vielleicht immunisiere ich mich ja gegen Insektengift.

11 August 2011

Herbstbilder

Der Herbst ist ein bisschen beleidigt, wie ein abgewiesener Liebhaber,
denn er weiß, was ich sonst für ihn empfinde. "Da bin ich mal ein paar
Wochen früher da und du? Freust dich gar nicht!"
Er hat ja recht, und ich bemühe mich, mich mehr zu freuen und kraule ihm
den den Nacken, denn er ist auch eine große Katze.

Erste Kürbisse vom Marktstand (aber sicher noch importiert) zusammen mit
grünen und weißen Bohnen in Olivenöl, Balsamico, Zwiebeln, Bohnenkraut,
Knofi, Chilliflocken, Salz, Pfeffer und normalerweise Bockshornklee, aber der ist
leer und schwer zu bekommen auf dem Dorf.

Außerdem:
Sonne über Wiesen und im Wald.
Sanfte Zottelmonster und stolze Katzen.