14 Februar 2013

Nahrung und Reinheit

Ich lese ja sehr gerne das Online-Tagebuch von Luisa Francia und denke auch oft - Recht hat sie! So schrieb sie am 13.2. etwas darüber, wie besessen viele (Frauen) davon sind, ihren Körper (und Geist) innerlich zu reinigen mit Fastenkuren, Brech- und Abführmitteln oder anderen Quälereien.

Ich habe oft das Gefühl, die zwanghafte Beschäftigung mit Gesundheit und Nahrung geht weit drüber hinaus. (Unsere Religion ist Gesundheit, wir retten nicht die unsterbliche Seele, aber den sterblichen Körper, irgendwie müssen wir doch die Absolution von Tod und Krankheit bekommen, oder?) Ich selbst bemühe mich auch, halbwegs bewusst zu konsumieren, aber eher, weil ich die ökologischen Auswirkungen vieler Produkte fürchte und nicht die auf meinen Körper. Ich bezweifle, das Weißmehl, raffinierter Zucker, Fleisch, Milch oder auch alles andere (in vernünftigen Maßen) einen Körper schadet. Ich finde den Fanatismus, mit dem viele die eine oder andere Nahrung verteufeln und fest glauben, dass sie schadet, nur befremdlich. Siehe auch hier bei Caroona.

Ich meine, zum einen haben meines Wissens in Europa die Menschen auf Kreta die höchste Lebenserwartung, und die ernähren sich, übertrieben gesagt, von Weißbrot und in Öl totgesottenem Gemüse.

Zum anderen wünschte ich mir, Menschen würden mal mehr Aufmerksamkeit darauf verbringen, womit sie ihren Geist füttern. Ich lese viele Biografien von armen Intellektuellen und Künstlern im 20. Jahrhundert, denen es egal war, wenn es wochenlang nur Brot und Käse gab; Hauptsache, eine gute Bibliothek war in der Nähe und geistreiche Gesprächspartner.

1 Kommentar:

Nenya hat gesagt…

Hihi, genauso sehe ich das auch. Zumal in Italien auch alle nur Weißbrot essen und dann erst das süße Frühstück!! Ich denk mir aber immer meinen Teil bei diesen Ansichten, sollen die Leute ruhig damit glücklich werden, hauptsache es quatscht mir niemand rein wie ungesund ich denn lebe würde.
Ein tolles Buch dazu ist übrigens Lebenslust von Manfred Lütz, hinten auf dem Klappentext steht: Nichts ist so krank wie unser Streben nach Gesundheit!
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen ;)
Ich glaub da schreibe ich demnächst auch mal was drüber.....