22 April 2011

Vollmond und die Farbe Lila

Nichts Neues seit der Spargelsuppe? Doch!

Ein buttergelber Vollmond letzte Woche, einmal bei einem kleinen Frauentreffen gesehen, wo wir über das Thema Selbstständigkeit, Selbermachen, Eigenmacht diskutierten; dort u.a. sehr interessante Bildhauerin kennen gelernt. Fünf Frauen - drei Skorpioninnen!

Zu Hause: im Vollmondlicht im Garten döst eine Flasche Bachwasser mit Blüten für ein Ritual. Ich bin selbst überrascht, dass mein Wildehemann und ich die Esbats so konsequent feiern - mal ganz puristisch, mal etwas fantasievoller. Schwappt dabei Spiritualität in den Alltag? Hm.... bin eher unausgeglichen, aber - lebendig.



Sitze im Garten mit sporadischem W-Lan-Empfang, Blütenstaub pudert alles ein - Gartenstühle, Netbook, Katzen. Wind, ein paar quellende Wolken - vielleicht gibt es heute ein Gewitter? Bin ganz milde müde-verkatert, gestern langer Abend am Feuerkorb in netter Geesellschaft :-).

Denke mehr, als ich schreibe. Trage augenreizend viel violett und lila - schon bei Sappho die Farbe der Frauenliebe, der weiblichen Selbständigkeit, lese ich bei Wikipedia.

Ich diskutiere mit dem Wildehemann über eine - neue?! - Form des Männerspiri, die ich hier und da sehe und gegen die sich alles in mir sträubt - eine Form, die uns Frauen mit schönen Worten vollabert, dass sie von uns gelehrt und geführt werden müssen, weil wir ja so viel mehr Spiri und so weiter, und weil sie bisher so schlechte Jungs waren, so als Patriarchatspartikel. Und sie werden uns jetzt auch nicht mehr vergewaltigen.

Und die Frauen heulen vor Rührung.

Mich interessiert natürlich der spirituelle Werdegang von Freunden und meinem Partner, aber ich will niemanden führen, schon gar nicht, weil er Mann ist und ich Frau. Da soll ich ja schon wieder was für den Mann tun - diesmal nicht Socken stopfen oder sein Klo putzen, sondern ihn spirituell-Sein beibringen! Ja, können das die Männer nicht alleine?

Bei Erving Goffmann las ich schon vor 15 Jahren, dass man blöde Geschlechtsstereotype (zum Beispiel in der Werbung) daran erkennt, dass die Szenen einem surrreal vorkommen, wenn man die Geschlechter vertauscht. Stellt euch vor, ich sage - "Liebe Männer, ich möchte mich für alles Schlechte, was wir Frauen je getan haben, bei euch entschuldigen! Für alle intriganten Weiber, blutrünstigen Königinnen, gierigen Huren und Kindsmörderinnen. Bitte, verzeiht mir. Ihr seid so überlegen, so herrlich. Lehrt mich, so toll zu sein wie ihr..."

Da rollen sich die Zehennägel hoch, oder?

4 Kommentare:

Diana Kennedy hat gesagt…

Wahrlich ja, das ganze kommt ungewöhnlich schmierig rüber.

Ich habe ja nichts dagegen wenn der Mann seine Spiritulaität in seiner "weiblichen Seite" zu finden glaubt, aber was soll denn diese Anbiederei?

Wenn Spiritualität schon Geschlechtersezifisch gelebt werden muss (muss sie das?) dann sollte auch mit authentischen Attributen gearbeitet werden. Beim Mann sind dies Aktivität, Kraft, nach-Aussen gehen, Kampf, Durchsetzung - und nur selten entschuldigen.
Dass diese aktive, virile und dominante Seite nicht gleichbedeutend mit Vergewaltigung und Unterdrückung sein muss, dies gölte es ja gerade herauszufinden auf dem männlichen, spirituellen Pfad.

Diandra hat gesagt…

Find ich nicht wild, voneinander zu lernen. Aber ich glaube auch nicht, dass ein Geschlecht toller (oder schlechter) als das andere ist...

distelfliege hat gesagt…

haha, wieder mal genial... "und sie werden uns auch nicht mehr vergewaltigen.."
Nee, echt, ich hab letztens auch so einen Link reingereicht bekommen auf Facebook, irgendwas mit der Evolutionsspirale und Versöhnung von Mann und Frau - da entwickelte ich sofort vom Titel schon Widerstände. Ich habs dann auch nicht angesehen... einfach keine Zeit reinstecken wollen.

Feronia hat gesagt…

Lots to think about here...I am thinking about these issues a lot too at the moment. What a beautiful photo too :)