Wenig Zeit und Lust auf großartige Rituale. Erst heiße Tage, dann Sturm und kühleres Wetter. Fand an Mittsommer einen Cupido im Wald.
Ich feierte den Geburtstag eine alten Freundin und besuchte einen Steinkreis und eine Lourdeskapelle. Ich mag ja diesen katholischen Kitsch-Style.
Nicht weit von beidem entfernt war auch eine Kneippanlage mit herrliche eisigem Wasser und ein Barfußpfad. Ich habe an solchen Dingen ja eine kindliche Freude.
Auf der feucht-fröhlichen Geburtstagsfeier hörte ich mir nach ein paar Bier an, dass ich mich "gar nicht verändere" und "so eine Kraft ausstrahle" (?). Dem sprach so eine Frau, die ich im Leben erst 3 oder 4 mal gesehen habe und mit der mich (wie mit vielen, vielen anderen Frauen auch ;-)) mein erster Freund als Expartner verbindet. Sie redete jedesmal, wenn ich sie in den letzten 20 Jahren sah, von fast nichts anderem als ihm und dass er ihr ja so egal sei, vollkommen gleichgültig. Vor einigen Jahren ging sie mich sogar recht beschickert mal verbal ein wenig an, weil er mich ja als Teenager mehr geliebt habe als später sie. Das war schon etwas merkwürdig.
Ich habe durchaus, so wie bei vielen Menschen, die mir nahe standen, ein mildes Interesse daran, was so jemand "treibt". Aber ich habe ihn seit 15 oder mehr Jahren nicht gesehen und kann auch sehr gut damit leben, dass er weiterhin außer in meiner Vergangenheit keine Rolle mehr in meinem Leben spielt. Diese Prozesse dauern bei mir sehr lange, meist Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte. Aber wenn ich abschließe, dann ist auch gut. Ich mag weder Sehnsucht noch Schuld oder Gram ewig konservieren. "Trag niemandem etwas nach - wir haben alle auch so genug zu schleppen."
Mir sind einige alte Freunde im Laufe der Zeit mehr oder weniger abhanden gekommen, durch Streit und Trennung, aber auch durch verschiedene Lebenswege oder durch große Arbeits- und sonstige Belastungen. Oder einfach nur, weil intensiverer Kontakt zu einem müden Plätschern versiegt ist.
Mich kränkt es manchmal oder macht es traurig, wenn dann auf Versuche von mir, Kontakte wieder aufleben zu lassen, keinerlei Reaktion erfolgt, auch dort, wo es nie einen Streit gab. Oder wo mir dort, wo es Streit gab, signalisiert wird, dass "Vergeben und Vergessen" unerwünscht ist. Ich komme mir dann dumm vor. Und es verletzt meinen Stolz.
Odin gab mir den Rat bei einer Wanderung: Lauf nie mehr jemandem nach.
Den versuche ich seit einiger Zeit zu beherzigen.
4 Kommentare:
Ein guter Rat von Odin. :) Bei mir würde es eher heißen: Verplempere nicht deine Zeit mit warten. Oder manchmal auch: Worauf wartest du eigentlich noch?
Yes, good advice from Odin! I love this quote from the Dalai Lama -
Old friends pass away, new friends appear. It is just like the days. An old day passes, a new day arrives. The important thing is to make it meaningful: a meaningful friend - or a meaningful day.
It's helped me a lot over the years :)
Diesen Rat, den Odin dir gegeben hat, befolge ich auch seit geraumer Zeit. Diese Zurück- und Abweisungen schmerzen doch zu sehr. Lieber nach vorn schauen und neue Kontakte knüpfen.
Knuddels von Alruna
Kneipp-Abkühlung und holY Kitsch: Zwei Dinge für die ich mich auch begeistern kann ^^
Ich glaube die Erfahrungen mit Freunden, die einen Teil des Weges mit uns gegangen sind und wo wir uns dann beizeiten verabschieden, die machen wir alle... immer wieder mal im Laufe des Lebens.
Am besten ist es wenn man mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück blicken kann auf die gemeinsame Zeit, das was verband....
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