Und kaum sind die friedlichen Feiertage vorbei, geht es wieder los mit den vielen enervierenden kleinen Steinen auf dem Weg, teils eher finanzieller Natur, aber auch eine sehr hartnäckige und schmerzhafte Verspannung. Auch wenn es Ärgerlichkeiten und keine Katastrophen sind - genau so etwas brauche ich eigentlich nicht mehr dieses Jahr. Besonders ärgerlich machen mich jene Sachen, bei denen ich hilflos bin und (scheinbar) nichts machen kann oder (scheinbar) nicht genug Kraft habe, dagegen anzugehen. Das triggert dann meine Urangst, mit viel zu großen Probleme hilflos allein gelassen zu werden. Diese Urangst habe ich wohl ein bisschen meinen Eltern zu verdanken, deren Erziehungsziel "Selbstständigkeit" mir sehr früh sehr viel Eigenverantwortung aufbürdete.
Aber es hilft ja alles nichts. Die Lektion lautet halt - genieße das Leben mit den Steinen oder gib die Hoffnung auf, es je genießen zu können.
Bin trotzdem wieder etwas down. Und dann kommt auch gleich wieder Melancholica zu Besuch. Ich geißel mich, weil ich nicht zupackender bin, tougher, energievoller, mutiger (und viel kreativer selbstredend, sowie schlanker, sportlicher, asketischer...); bin zugleich bitter, weil ich das Gefühl habe, mit Faulheit oder Arschlochsein kommt man oft weiter als mit ehrlichem Abstrampeln, und tu mir gleichzeitig Leid, weil so viele Freunde in jeder Hinsicht so viel weiter weg sind als früher. Hatte vor wenigen Tagen einen alten Kumpel getroffen, den ich in den letzten 20 Jahren so gut wie nie gesehen habe, und mich erinnert, wie er mir vielleicht mal das Leben gerettet hat, als es mir sehr schlecht ging und er einfach da war. Whatever happened to all the heroes? All the Shakespearoes?
Geholfen gegen all den Jammer im Kopf hat dann, wie immer, ein langer Spaziergang (mir vielen Steigungen gegen zu viel Frust und Adrenalin). Still war es im Wald, nur ein ferner Holzarbeiter und schnatternde Stare. Ich sah mehrere Graureiher, beobachtete ein plätschendes Bächlein und ließ ein paar Tränen laufen vor Frust.
Skorpion AC Krebs, denke ich, Wasser-Wasser. Vielleicht sollte ich mich damit doch mal endlich abfinden, mit dem Sensiblen, ins Tiefe Strebenden und wenig Zupackenden in mir. Will ich stabile Erde sein, werde ich zu Eis, will ich Feuer sein oder Luft, werde ich nichts weiter als heißer Dampf.
2 Kommentare:
Mehr und mehr ich versuche, mit dem Strom schwimmen. Es ist nicht leicht, und ich nicht immer erfolgreich, aber es lassen Sie es sein, was in jedem Moment notwendig.
Mit dem Strom schwimmen war leider noch nie meine Stärke :-).
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