Heute ist ein langsamer Tag. Habe vormittags mein Tagwerk verrichtet und dann einige alte Akten meiner Eltern sortiert - was kann weg, was sollte, muss oder will ich behalten. Dass das Büro mit Aktenordnern voll gepfropft ist, dass ich selbst auch schon eine wachsende Zahl Aktenordner fülle - und das wird mit der Freiberuflichkeit nicht besser - mein wilder Ehemann dito, und dass meine Mutter mit zunehmender Demenz über Jahre alles recht chaotisch abgeheftet hat, bevor wir es ganz in die Hand nahmen, macht alles nicht einfacher. Wie lange muss man Steuererklärungen aufheben, 10 oder 20 Jahre? Von der Wiege bis zur Bahre, Formulare, Formulare... ist gerade andernorts auch Thema.
Aber schon ein komisches Gefühl, wie sich die Demenz meiner Mutter so dokumentiert hat in immer wirreren Einträgen in Notizbüchern und Kalendern.
Erledigungen in der Kleinstadt gemacht, aufgeräumt, Garten... ich wurschtel so vor mich hin und denke dabei nach. Immer noch hält neben einer guten Stimmung und für mein Niveau sehr wenig Besorgnis und Angst das Gefühl in mir an, dass sich mein "Ich" irgendwo versteckt hat.
Wenn ich wandere, verlasse ich neuerdings gerne die Wege. Was man alles nicht kennen lernt, wenn man auf den Wegen bleibt. Dabei ist vieles so nah, keinen Kilometer Luftlinie entfernt unentdeckte Minitäler, ein Teich, ein Fels. Die Natur wächst gerade mit so viel Macht, dass ich das Gefühl habe, wenn ich ein bisschen zu lang im Wald stehen bleibe, wächst sie mich ein, und "ich" bin ganz fort, Teil des Grüns.

2 Kommentare:
I did see a documentary once about how long it would take nature to grow back and cover the traces of humanity. The short answer? - Not long!
Feronia - yes, we receive an Austrian TV channel here in which this/a similar documenation is shown - every few weeks...! Alternating with a documentation about people dying while climbing the Mount Everest. A bit morbid, the Austrian people...
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