Ein bisschen was getan - die Tage sind irgendwie doch bis zum Abend schnell voll, ohne dass ich besonders viel Zeit im Internet vertrödeln muss. Büroarbeit, Mutter waschen, ihre Haare waschen, trocknen, Mutter bekochen, beim Essen zusehen, ihre Küche putzen, Wäsche abhängen, zusammenlegen, einräumen, waschen, aufhängen, Mutters Klo putzen, zur Apotheke fahren, mit Mutter etwas einkaufen, ihr Insulin spritzen, Abendessen bereiten, beim Essen zusehen, dazwischen eigene Wäsche waschen, Holzofen anzünden, Wäsche aufhängen, das gleiche noch mal, eigene Küche putzen, saugen...
Ein bisschen traurig gewesen, weil ich zwar theoretisch die Zeit, aber nicht die Ruhe habe, mehr zu schreiben als Blogbeiträge wie diese, Mails, manchmal ganz kurze Skizzen. Manchmal.
Jetzt, am Abend, wenn meine Mutter schon langsam schlafen geht, könnte ich, aber dann trinke ich doch lieber einen Sake (gekauft wegen "Der Himmel ist blau, die Erde weiß" - er schmeckt mir nicht, aber ich gieße den ja deswegen nicht weg) und lese die Biographie von Nuala O'Faolain weiter, obwohl die nicht sooo spannend ist. Ein bisschen traurig, weil ich heute wieder mal untermalt von altem Independ-Rock darüber nachdenke, wie schmerzlich mir manchmal meine alten Freunde fehlen und wie schwer, wenn nicht unmöglich es ist, heute noch mit Leichtigkeit Freundschaften zu schließen. Als Jugendlicher, junger Erwachsener konnte man noch spielen mit Identitäten, Masken, dem, was man einmal sein werden könnte, mit dem Grad, den man sich öffnet. Jetzt ist man zwar auch nicht stabiler, gefestigter als damals, aber das Spielerische fehlt mir inzwischen, oder zumindest zurzeit. Und wir haben alle zu viel zu tun, um uns ernsthaft für die Mitmenschen zu interessieren.
Ein bisschen glücklich machen mich meine kleinen Familiare hier, die Rasselbande von Katzen, dass meine Mutter nichts allzu anstrengend war, sehr lustiger Nerd-Humor von George Takei (spielte "Sulu" in Raumschiff Enterprise) auf Facebook und ein kleiner Kürbis, den ich heute überrascht in dem Teil des Gartens fand, in den ich mich Dank wilder Bienen lange nicht getraut hatte.

1 Kommentar:
Bei mir rast die Zeit auch nur so dahin und ich falle abends immer total kaputt ins Bett. Zur Zeit lese ich nicht mal eine einzige Seite mehr vor dem Einschlafen, falle direkt ins Schlafkoma bis der Wecker schrillt oder die Katze raus will.
Aber wenn ich so herum höre, geht es wohl ganz vielen grade ähnlich. Das muss die "stade Zeit" sein :-)
Liebe Grüße, Alruna
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