20 Oktober 2011

Land of confusion

Damit meine ich weniger meine Mutter, auch wenn sie mich jetzt hin und
wieder siezt; ich bin selbst irgendwie verwirrt. Heute musste ich ein
paar Orte weiter bei einer Werkstatt ein Stündchen auf mein Auto warten.
Ich wollte eine Runde laufen, die ich vor Jahren schon mal gegangen bin,
doch die Wegmarkierungen hörten irgendwo im Wald einfach auf, waren
teilweise durchgestrichen, der Weg führte gefühlt zu weit weg, und ich
hatte die Karte nicht dabei. Erst malerische Ansichten mit Wolken im
Herbstwald, leider kein Fotoapprat, ÄrgerÄrger, dann hagelte es
plötzlich. Dunkel wurde es vormittags im Wald. Ich sammelte mit klammen
Fingern ein paar kleine Maronen und kehrte um. Passt ganz gut zu meinem
Leben jetzt - ich bin zwar auf dem richtigen Weg, traue aber mir selbst
nicht ganz, wenn Zeichen fehlen. Aber ich kehre um, bevor ich mich
verlaufe, immerhin.
Dabei tauchen Zeichen wieder in Form von Synchronizitäten auf. Mein
aktuelles Thema ist Fließen, Blockaden. Und ich habe auch endlich mal
das Angebot angenommen, mit ein paar bekannten und ein paar bislang
unbekannten Frauen hier an einem monatlichen Treffen teilzunehmen, wo
wir u.a. ein bisschen singen und chanten (und futtern und Cidre
trinken). Thema war die Weberin. Netze knüpfen.
Ansonsten geht es mir - wie heißt das im Odenwald, "mittelschofig"? So
mittel halt. Nicht schlecht. Bin nur emotional sehr erschöpft und fühle
mich etwas kratzig im Hals - suboptimal, denn Dienstag muss ich fit sein
zum Lesen! Ich denke über einige Dinge nach - zum Beispiel über soziale
Rollen und Authentizität, die Bücher, die ich gerade lese, wieso ich
min. 90% aller modernen Philosophen einfach nur verquast finde, über
grünes Spießertum und diese nette Kolumne hier:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,792402,00.html

3 Kommentare:

Diana Kennedy hat gesagt…

Ja, es ist ein unheimliches Gefühl, wenn man sich irgendwo verläuft, obwohl man den Weg eigentlich kennen sollte. Passiert mir auch immer mal wieder.

Naja, die Kolumne indes finde ich eher larmoyant, peinlich und tranig.

Alruna hat gesagt…

Ich frage mich schon in der Dämmerung oder bei Dunkelheit oft, ob ich überhaupt noch auf dem richtigen Weg bin, weil da alles so anders aussieht als am Tag.

Alles Liebe dir
Alruna

Nenya hat gesagt…

Hier in den Wäldern ist ein verlaufen unmöglich, überall sind die Bäume und Wege gekennzeichnet...ich finds irgendwie schade, ich laufe immer ohne Karte und wünsche mir manchmal nicht zu wissen wo es weitergeht....