Nach drei Jahren sahen meine Gebetsfahnen draußen nicht mehr schön aus, sie wurden immer gräulicher, zerfledderten und rissen vom Halteband ab. Also habe ich angefangen, neue zu malen, in etwas anderem Stil.
Ich lese zurzeit auch gerne, Murakamis 1Q84 und parallel Luisa Francias "Geschützt, bewahrt, geborgen" noch einmal. Ich mag das Buch - auch die Analyse der Ängste, Sorgen, Zweifel und Probleme, die man - frau - in sich selbst schürt. Darin bin ich, als großer kräftiger Mensch bisher körperlichen Attaken von anderer Menschen fast gänzlich entgangen, ganz gut. Hilfe, bin ich gut genug?
Die Demenz meiner Mutter lehrt mich jedoch immer mehr, mich um das, was "man" von jemandem erwartet oder "wie man sich verhält" weniger zu kümmern.
Der Anblick von Krankheit, Verwirrung und sich näherndem Tod macht Menschen Angst, sie wissen nicht, wie sie darauf reagieren sollen. Wie ich auch von meiner Selbsthilfegruppe bestätigt bekomme, reagieren aber "Menschen mit Migrationshintergrund" prinzipiell viel toleranter auf alte, verwirrte und/oder körperlich versehrte Menschen.
Leider baut meine Mutter - natürlich - immer mehr ab, aber manchmal hat sie auch Lichtblicke wie den nachdenklichen Satz angesichts der aktuellen Meldungen in der Tageszeitung: "Der Bundeswehrminister ist aber ein schleimiger Kerl".
Ansonsten: graue Tage. Bin aber froh, dass meine Brustkrebsvorsorge heute ohne Befund war.
Geständnis: Werde heute Abend auf Einsfestival wieder Buffy gucken ;-)
4 Kommentare:
A quietly thoughtful post, Bodecea :)
Dein Geständnis trifft mich zutiefst!! ;o)
Ja, schon wahr, in unserem Kulturkreis müssen Individuen funktionieren und basta. Da haben uns andre Kulturen in Sachen Menschlichkeit doch noch einiges voraus.
Das mit den Gebetsfahnen finde ich eine schöne Anregung, die ich vieilleicht auch umsetze.
Buffy, haha schön. Hab ich lange nicht mehr gesehen.
Bin gespannt auf die neuen Fahnen...
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