02 Oktober 2009

Begegnungen



Es sah gestern zeitweise so sonnig aus, bin daher zu einem kleinen Spaziergang aufgebrochen, unterwegs war es wolkig, dennoch interessant.

Merkwürdig: als ich einem Wanderweg folgend die Straße durch den Wald entlanglief, überholte mich ein Auto, fuhr langsamer, hielt in einer Parkbucht ein Stück vor mir. Ich war misstrauisch. Will mich jemand nach dem Weg fragen? Oder muss ich mir eine blöde Anmache anhören? Habe ich mein Messer im Rucksack?

Das Fenster wird runtergelassen, eine mir unbekannte Frau schaut heraus.

Komm schon!, sagt sie und winkt mir zu, etwas ungeduldig.

Nein, nein, sage ich lächelnd. Häh?

Sie wiederholt die Geste.

Steig ein, ich nehme dich mit!

Danke, aber ich gehe spazieren!

Sie macht eine vage Geste, beinahe resigniert, lässt das Fenster wieder hinauf und fährt weiter.

Komisch.

Auf einer Taufe letzzten Sonntag hatte ich auch eine merkwürdige Begegnung. Der Pfarrer, der mir für einen Pfarrer recht sympathscih ist, weil er wie ein lieber schwuler Jugendfreund von mir aussieht, geht vor der Taufe zwischen den Familienangehörigen umher und quatscht. Dann kommt er zielstrebig auf mich zu, murmelt was und tippt mich an.

Häh?

Nein, nein, sagt schnell ein in-law von mir, die da - zeigt auf eine Verwandte vom Wildehemann - die da ist die Taufpatin!

Irghendwas stimmt mit meiner Aura nicht.

3 Kommentare:

Diana Kennedy hat gesagt…

Bei dem Auto hätte ich erst mal ziemlich Schiss bekommen - man kann ja heute kaum noch irgendwo abseits spatzieren gehen ohne gleich von irren Serienmördern in Stücke gehackt zu werden. Als sich dann die Frau gezeigt hat, wäre ich dann erst mal ein wenig erleichtert gewesen.

Trotzdem, bizarres Erlebnis. Ich könnte Ihre Initiative ja verstehen, wenn Du im strömenden Regen auf einer Landstrasse entlang gegangen wärst. Aber ein Wanderweg? Kann man sich doch denken, dass da nur wer spatzieren will.

Bodecea hat gesagt…

Huhu Diane,

zum Glück ist die Axtmörderdichte im Odenwald eher niedrig - ein paar schräge Vögel sind hier und da unterwegs (wie der eine Mann, der immer nur eine rote Sportshorts trägt, egal welches Wetter), aber - mostly harmless.

Richtig Schiss vor Leuten hatte ich beim Wandern bisher noch nie.

Die Straße ist schon eine Autostraße, die mit dem Wanderweg ein Stück parallel geht. Was mich wunderte, war, dass die Frau handelte, als würde sie mich kennen, und wüsste genau wohin ich will.

Die dachte wahrscheinlich, ich gehöre zur Osho-Zentrum im Nachbardorf ;-).

Bodecea

Endlosfaden hat gesagt…

Na, hättest du sie nur mal gefragt, wo du denn hin willst ...
wer weiß, wo du hättest ankommen können *g*

LG Endlosfaden